Sammlung Berggruen : Berlin stiftet Kommandantenhaus

Für die Erweiterung des Museums Berggruen stellt Berlin kostenlos ein Gebäude zur Verfügung. Die Erben des Kunstmäzens wollen die Sammlung um fünfzig weitere Gemälde der klassischen Moderne bereichern.

BerlinZum 50. Jahrestag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stiftet Berlin ein Gebäude für die Erweitung der Kunstsammlung von Heinz Berggruen (1914-2007). Das so genannte Kommandantenhaus, das an den westlichen Stülerbau angrenzt, soll den Nutzern kostenlos überlassen werden. Damit werde eine wichtige Voraussetzung für die von den Kindern Berggruens geplante Vergrößerung der Sammlung geschaffen, erklärte Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz.

Die im Stülerbau gegenüber vom Charlottenburger Schloss untergebrachte Berggruen-Sammlung ist seit ihrer Eröffnung 1996 ein Publikumsmagnet. Die Erben des im Februar gestorbenen Kunstmäzens hatten angekündigt, Berlin weitere 50 Gemälde unter anderem von Picasso, Matisse, Cézanne und Klee zur Verfügung zu stellen.

Eine der wichtigsten Sammlungen der klassischen Moderne

Die Sammlung Berggruen gilt als eine der weltweit bedeutendsten privaten Bildersammlungen der klassischen Moderne. Zu der Kollektion im Stülerbau gehören mehr als 160 Bilder, darunter allein 80 Werke von Picasso und 50 von Paul Klee sowie Bilder von Matisse, Cezanne und van Gogh. Berggruen, der vor den Nazis fliehen musste, hatte nach Jahrzehnten des Exils seine Kunstschätze seiner Geburtsstadt Berlin für einen symbolischen Preis überlassen. Das Kommandantenhaus war 1892/93 als Wohnhaus für verheiratete Unteroffiziere errichtet worden. Bislang wurde es unter anderem als Kindertagesstätte und Puppentheater genutzt.

Mit der Überlassung des Gebäudes werde Berlin "erneut unserer besonderen Verantwortung als Sitzland für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gerecht", sagte Schmitz. Berlin ist nach seinen Angaben nach dem Bund der größte Beitragszahler der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Land habe auch in der Vergangenheit über seine Beiträge hinaus Gebäude aus eigenen Mitteln hergerichtet und der Stiftung überlassen. Dazu zählten unter anderem die Stülerbauten für die Sammlungen Berggruen und Scharf-Gerstenberg und der für 64 Millionen Euro sanierte Hamburger Bahnhof. (mit dpa)