Sanierung : Harte Linie bei Escada

Mit einem harten Sparkurs will Jean-Marc Loubier Escada wieder in die Gewinnzone bringen. Aktivitäten außerhalb der Kernmärkte und die Zahl des Escada-Shops sollen dabei auf den Prüfstand.

Escada
Harter Sparkurs: Escada will wieder in die Gewinnzone. -Foto: ddp

AschheimDer neue Escada-Chef Jean-Marc Loubier will Deutschlands größten Damenmode-Konzern radikal umbauen und nimmt dafür im laufenden Geschäftsjahr einen Verlust in Kauf. Der Konzern könne nicht einfach weiter machen wie bisher, sagte Loubier. "Escada kann sich nicht mit dem Status quo begnügen und ihre Geschäftspolitik einfach fortsetzen." Das weltweite Netz der Escada-Shops komme auf den Prüfstand. Zudem wolle sich der Konzern unter seiner Führung auf Kernmärkte wie Deutschland, die USA und China konzentrieren und das Geschäft mit Accessoires ausbauen. Wegen der Kosten in Höhe von 35 Millionen Euro für die Neuaufstellung und Steuereffekten werde 2006/07 (31. Oktober) ein Verlust von 25 Millionen Euro erwartet.

Der langjährige Louis Vuitton-Manager Jean-Marc Loubier hatte die Führung des Konzerns Anfang Juni übernommen. Zuvor hatte der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Rheinboldt einen monatelangen Machtkampf mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko verloren.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2006/07 konnte Escada den Umsatz um knapp vier Prozent auf 344 Millionen Euro steigern. Im Kerngeschäft mit der Marke Escada stagnierten die Erlöse allerdings. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg leicht auf 37,6 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente der Escada-Konzern 9,3 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Sonderbelastungen den Konzern leicht in die Verlustzone gedrückt. (mit dpa)