Schalke-Trainer : Büskens und Mulder springen ein

Die Neuen sind die Alten: Mike Büskens, Youri Mulder und Torwarttrainer Oliver Reck füllen auf Schalke ein zweites Mal übergangsweise die Lücke, die ein vorzeitig gegangener Trainer hinterlassen hat.

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Sie müssen wieder ran: Youri Mulder (l.) und Mike Büskens. -Foto: ddp

Der FC Schalke hat die Suche nach einem Interimscoach eingestellt. Anders als bis zuletzt geplant, werden nun doch die Kotrainer Mike Büskens, Youri Mulder und Torwarttrainer Oliver Reck den kriselnden Bundesligisten bis zum Saisonende betreuen. „Der Vorstand setzt großes Vertrauen in das Trainer-Trio, nachdem alle drei sehr deutlich gemacht haben, alles dafür zu tun, um die verbleibenden neun Partien der laufenden Spielzeit erfolgreich zu gestalten“, hieß es in einer Erklärung des Klubs am Mittwochabend.

In mehreren kontrovers geführten Gesprächen seien die vorherrschenden Unstimmigkeiten beseitigt worden. „Dabei wurden die gesamten Vorkommnisse rund um die Beurlaubung von Chef-Trainer Fred Rutten wie auch die Entwicklung und Perspektiven des Klubs beleuchtet. Dass dies sehr offen, teils kontrovers und auch emotional geschah, hat gezeigt, dass es auf beiden Seiten einigen Gesprächsbedarf gegeben hatte“, teilte Schalke mit. Büskens, Mulder und Reck sehen sich „als gleichberechtigte Partner“.

Nach der Trennung von Rutten hatte der Tabellenachte bisher vergeblich Ausschau nach einer Übergangslösung gehalten. Die Absage des kroatischen Nationaltrainers Slaven Bilic am Montag sorgte dann beim Revierklub für einen Sinneswandel. Denn Büskens und Mulder galten wegen ihrer Nähe zu Rutten zuletzt nicht mehr als Kandidaten. „Es war die allererste Überlegung, es mit uns zu machen, doch wir haben uns zunächst für das Weitermachen mit Fred Rutten eingesetzt. Wenn wir sofort ,Jà gesagt hätten, hätte es die Überlegung, sich draußen nach einem Interimstrainer umzusehen, nicht gegeben“, sagte Büskens.

Doch nach der ersten Aufregung gingen alle Beteiligten das Problem nun mit mehr Pragmatismus an. „Wenn ich das Gefühl hätte, wir sind das fünfte, sechste oder siebte Rad am Wagen, würde ich es nicht machen. Es ist aber nicht so, dass die Verantwortlichen in der Wühlkiste grabbeln und dann feststellen würden, ach, es gibt ja noch die drei hier“, kommentierte Büskens.
 
Büskens und Mulder waren bereits nach der Entlassung von Ex-Trainer Mirko Slomka in der vergangenen Saison als „Aushilfen“ eingesprungen. Mit 16 von 18 Punkten führten sie den Revierclub auf Rang drei und damit in die Champions-League-Qualifikation. Büskens hofft auf eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung: „Wir haben noch eine Minichance auf den UEFA-Cup, die müssen wir versuchen zu ergreifen. Wir müssen den Trend nach unten stoppen. Dabei sind alle im Verein gefordert.“

Abwehrspieler Marcelo Bordon befürwortete den Griff in die Schalker Hausapotheke. „Im vergangenen Jahr hat das optimal geklappt.“ Der Brasilianer, der vor zwei Wochen als Kapitän zurückgetreten war, hofft auf eine belebende Wirkung dieser Maßnahme. „Mike Büskens weiß ganz genau, wie er uns motivieren kann. Und ich habe komischerweise wieder ganz viel Lust, Fußball zu spielen.“ Gleichwohl sieht Bordon seiner Zukunft „auf Schalke“ mit viel Skepsis entgegen: „Ich habe derzeit nicht das Gefühl, im nächsten Jahr noch Spieler auf Schalke zu sein. Die Mannschaft soll umstrukturiert werden. Wenn ich dabei zu einem Problem werden sollte, muss ich eben auch weg.“ (dpa)