Der Tagesspiegel : Schildow-Überfall: Malaysierin wird erneut vernommen

Bei den Ermittlungen zum Überfall in Schildow (Oberhavel) wird die betroffene 33-jährige Malaysierin in Kürze erneut vernommen. "Wir werden sie zu den Widersprüchen befragen, die sich in ihren Aussagen ergeben haben", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Neuruppin, Gerd Schnittcher, am Montag. Er rechne für nächste Woche mit dieser weiteren Vernehmung. Die Ermittlungen hätten bislang nichts Neues erbracht.

Die Frau war nach eigener Schilderung am 25. Januar entführt und verletzt worden. Nach Vorliegen eines rechtsmedizinischen Gutachtens und eines Berichtes des Landeskriminalamtes (LKA) wurden die Ermittlungen mit geringerem Personalaufwand fortgeführt. Die Sonderkommission, in der zeitweise bis zu 50 Beamte mitgearbeitet hatten, sei unterdessen auf "Normalmaß" reduziert worden, sagte Schnittcher.

In Vernehmungen hatte die mit einem deutschen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes verheiratete Frau ausgesagt, Unbekannte hätten sie in einem weißen Kleintransporter entführt und in einen Container oder Bauwagen gebracht. Dort sei sie von ihren Peinigern geschlagen und betäubt worden. Wenig später entdeckte die Schwiegermutter das Opfer an den Beinen gefesselt auf dem heimischen Grundstück.

Staatsanwaltschaft und Polizei teilten später mit, die bei der Frau festgestellten Verletzungen könnten auf fremdes Einwirken oder auf Selbstschädigung zurückzuführen sein. Sie stünden aber nicht im Widerspruch zur Darstellung der Frau. Die Ermittlungen hätten "nicht zu der sicheren Feststellung geführt, dass die Angaben der Geschädigten unwahr sind".

In der Umgebung Schildows wurden unter anderem Hunderte Container und Wohnwagen ohne Ergebnis überprüft. Auch der weiße Transporter wurde nicht gefunden. Nach dem vorläufigen Bericht der LKA-Abteilung Kriminaltechnik stehen deren Erkenntnisse "teilweise im Widerspruch zu den Angaben der Geschädigten".

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