Schlamperei : Daten-Debakel: Britische Regierung stürzt in Umfragen ab

Großbritanniens Steuerbehörde hat zwei CDs mit persönlichen Daten von Millionen Briten verschlampt. Der Skandal schlägt direkt auf die Wählergunst durch: Die Zustimmung zur Regierung sank um 30 Prozentpunkte.

LondonNur noch ein Viertel der Befragten denkt demnach, die Regierung sei "kompetent und fähig". Nach einer repräsentativen Befragung des Instituts Populus für die "Times" glauben auch nur noch 28 Prozent, dass die Labour-Regierung die wirtschaftlichen Probleme im Griff hat - vor einigen Wochen waren es mit 61 Prozent noch mehr als doppelt so viele Befragte gewesen.

Eine Umfrage des Instituts YouGov für den Sender Channel 4 sah die oppositionellen Tories mit 41 Prozent Zustimmung sogar in einer ihrer besten Positionen seit 15 Jahren und brachte der Partei einen Vorsprung von neun Prozentpunkten. Vor weniger als zwei Monaten konnte sich Labour noch mit einem Elf-Punkte-Vorsprung schmücken.

Am Dienstag hatte Finanzminister Alistair Darling bekanntgegeben, dass die Steuerbehörde zwei CDs mit sensiblen Daten von 25 Millionen Menschen in Großbritannien verloren hatte. Die Opposition warf der Regierung "Vertuschung" vor. Die CDs mit Informationen über Bankverbindungen, Adressen und Namen von allen Kindergeldempfängern des Landes sollte von der Steuerbehörde zum Rechnungshof in London geschickt werden, kamen dort aber nie an. (mit dpa)