Schleswig-Holstein : Lokführer-Spontanstreik beeinträchtigt Regionalverkehr

Nicht nur bei der Deutschen Bahn, sondern auch beim regionalen Verkehrsunternehmen AKN in Norddeutschland wird um Mehrarbeit und Lohnerhöhugen gestritten. Die Lokführer legten heute unangekündigt die Arbeit nieder - jeder zweite Zug fiel aus.

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Streiks im Regionalverkehr. In Schleswig-Holstein fuhr nur jeder zweite Zug. -Foto: dpa

Kaltenkirchen/HamburgMit einem unangekündigten Streik hat die Lokführergewerkschaft GDL am Morgen für Verspätungen im schleswig-holsteinischen Nahverkehr gesorgt. Der fünfeinhalbstündige Streik habe die Linien des regionalen Verkehrsunternehmens AKN sowie der AKN-Tochter Schleswig-Holstein-Bahn (SHB) betroffen, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Kaltenkirchen. AKN-Züge verkehren unter anderem zwischen Neumünster und Hamburg. "Es war ein Streik auf dem Rücken der Pendler", sagte der Sprecher. Von sechs Uhr bis zum Streikende um neun Uhr sei aber immerhin etwa jeder zweite Zug gefahren. Teilweise sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden.

Hintergrund ist die diesjährige Tarifrunde, bei der die AKN mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA eine 3,5-prozentige Lohnerhöhung bei Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um 30 Minuten auf 39,5 Stunden vereinbart hatte. Die GDL lehnt die Mehrarbeit dagegen ab und fordert eine Fortsetzung der Verhandlungen, wie GDL-Bezirkschef Norbert Quitter sagte. Anders als bei der Deutschen Bahn seien die Gespräche mit der AKN Mitte Oktober nach mehr als zehn Monaten "schon auf der Zielgeraden gewesen". Er begründete den unangekündigten Streik mit einer "anderen Arbeitskampftaktik", da auch die Tarifsituation nicht vergleichbar sei. (mit AFP)