Schmiergeldskandal : Ex-Siemens-Chef von Pierer im Visier interner Ermittler?

Gegen den langjährigen Siemens-Chef Heinrich von Pierer sind offenbar im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal interne Ermittlungen aufgenommen worden. Siemens wollte sich dazu nicht äußern.

MünchenIn der Aufsichtsratssitzung von Siemens sei darauf gedrängt worden, zu untersuchen, ob die frühere Führung beim Börsengang an die New Yorker Börse 2001 womöglich ihre Sorgfaltspflichten verletzte, berichtete das Magazin "Spiegel". Zugleich solle die in den USA verpflichtete Anwaltsfirma Debevoise & Plimpton prüfen, ob von Pierer und seine Kollegen damals genug unternommen haben, um schwarze Kassen zu eliminieren. Ein Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Der neue Siemens-Vorstandschef Peter Löscher wirbt nach dem Wirbel um den Konzern in den vergangenen Monaten zurzeit in Gesprächen mit Investoren für sein Unternehmen. Dabei gehe es aber nicht um eine geplante Umstrukturierung des Konzerns, sagte der Siemens-Sprecher. "Das sind ganz normale Investorengespräche, wie es sie in jedem Jahr gibt."

Die "Wirtschaftswoche" hatte die Gespräche mit einem geplanten Konzernumbau in Zusammenhang gebracht. Löscher wolle so schnell wie möglich Beteiligungen abstoßen, die der Konzern nicht mehr zum Kerngeschäft zähle, berichtete das Magazin. Auf dem Prüfstand stünden unter anderem Osram, das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks sowie Bosch Siemens Hausgeräte, heißt es in dem Bericht. Die Trennung von allen Randgeschäften könne Siemens einen zweistelligen Milliardenbetrag einbringen. (mit dpa)