Der Tagesspiegel : Schmökel bestreitet neue Fluchtpläne

Witwe des Rentners sagte aus

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Neuruppin . Der Gewaltverbrecher Frank Schmökel weist angebliche Pläne einer erneuten Flucht aus dem Maßregelvollzug zurück. „Das ist völliger Quatsch“, sagte der 40Jährige gestern im Landgericht Neuruppin. Dort muss er wegen Raubmords und dreifachen versuchten Totschlags während seiner Flucht vom Oktober 2000 verantworten.

Wie berichtet, waren am Dienstag in Schmökels Zelle in der Landesklinik Brandneburg fünf Rasierklingen und ein Feuerzeug gefunden worden. Er habe diese Dinge nicht in seine Isolationszelle reingeschmuggelt, sagte Schmökel. Die Klingen brauche er zum Basteln. Der Gardinensaum sei „ein übliches Versteck“ der Patienten für Feuerzeuge, um nachts heimlich zu rauchen. Der leitende Chefarzt der Brandenburgischen Landeskliniken, Eckard Marg, sagte dagegen, Schmökel habe in seinem Zimmer nie gebastelt. Derzeit werde überprüft, wie er an die Gegenstände kommen konnte. Offenbar habe Schmökel Blätter aus den Rasierklingen ausgebaut. Die kleinen Metallteile habe er in einem Kugelschreiber versteckt.

Weiter sagte Schmökel gestern vor Gericht, dass er „heute noch Phantasien zu kleinen Mädchen hat“. Auch vor dem begleiteten Freigang am 25. Oktober 2000 habe er in Gesprächen mit den Therapeuten nie verheimlicht, Gewaltgedanken gegen Kinder zu haben. Schmökel kritisierte die Therapie im Maßregelvollzug, die seine Gefühle nicht verändert habe. Mit den Fluchten wollte er eine Verlegung in andere Kliniken erreichen. Mehrmals habe er sich selbst in der Klinik durch Schnitte verletzt, sagte Schmökel. Suizidversuche habe er nie unternommen.

Schmökels Version vom Angriff auf den Rentner in Strausberg wurde gestern erschüttert. Dessen Witwe sagte, Kinder seien nie in der Nähe des Grundstücks gewesen. Schmökel hatte gesagt, dass er ein Mädchen entführen und missbrauchen wollte und beim Anblick des Rentners in Panik mit einem Spatenlosgeschlagen habe. dpa

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