Schneeschmelze : Oder-Pegel: Knapp unter Alarmstufe

Schnee und Regen lassen das Wasser in Brandenburgs Flüssen steigen. Anlass zur Beunruhigung gibt es noch nicht.

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Frankfurt (Oder) – Schneeschmelze und Niederschläge haben die Pegel von Oder, Spree, Elbe und Schwarzer Elster erheblich ansteigen lassen. Die Werte geben nach Auskunft des Landesumweltamtes aber noch keinen Anlass zur Beunruhigung. „Zwischen den Deichen ist noch genügend Platz“, sagte der Präsident des Amtes, Professor Matthias Freude. „Entscheidend sind die Regenmenge und das Tempo des Abtauens der Schneedecke.“

Am Freitag lagen die Pegel am Zusammenfluss von Oder und Neiße in Ratzdorf 19 Zentimeter unter dem Richtwert für die erste Hochwasseralarmstufe, in Eisenhüttenstadt fehlten noch 42 Zentimeter. Da sich im Oberlauf der Oder auf polnischem Gebiet eine kleine Hochwasserwelle entwickelt, könnten zwischen Ratzdorf und Frankfurt am Wochenende die Pegelstände über die erste Alarmstufe steigen. Im weiteren Flussverlauf verhindern deutsche und polnische Eisbrecher eine Verschärfung der Situation. Sie haben am Freitag die Oder bis Kienitz im Oderbruch aufgebrochen, damit die Schollen ungehindert ins Stettiner Haff treiben können.

Für die Spree gilt dagegen seit Freitag zwischen der Landesgrenze zu Sachsen und der Talsperre Spremberg schon die Alarmstufe 1. Hier ließ die Schneeschmelze den Pegel innerhalb eines Tages um 30 Zentimeter ansteigen. Derzeit liegen in der Lausitz noch immer 20 Zentimeter Schnee. Bisher kann die Spremberger Talsperre die Wassermassen noch gut aufnehmen. Allerdings wurde die Abgabemenge in Richtung Spreewald innerhalb von drei Tagen von 13 auf 30 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Daher könnten auch im Spreewald die Pegel ansteigen.

Noch keine bedrohliche Lage herrscht an der Elbe. In Dresden zeigten die Messdaten am Freitag gerade 65 Zentimeter mehr als das langjährige Mittel. In Wittenberge in der Prignitz fehlen sogar noch 55 Zentimeter, um überhaupt den Normalwert zu erreichen. Claus-Dieter Steyer

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