Schönefeld : Milliardeninvestition am Großflughafen BBI

Ein Irisches Konsortium kündigt Milliardenprojekt am Airport in Schönefeld an. Die Flughafengesellschaft sieht keine Auswirkungen der Finanzkrise auf den Neubau.

Rainer W. During

„Der BBI kommt voran, das Umland gewinnt an Ausstrahlung“, freute sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU). Gestern stellte er die Planungen des irischen FGS-Konsortiums vor, das gemeinsam mit dem deutschen Projektentwickler Investa für rund 1,1 Milliarden Euro eine Airport-City errichten will. Dabei handelt es sich um das bisher größte Investitionsprojekt im Umfeld des künftigen Flughafens Berlin-Brandenburg International in Schönefeld. „Flughäfen sind eine Triebkraft für Wachstum, wir sind sicher, dass der BBI mit seiner Langstreckenkapazität ein Erfolg wird“, sagte Kevin Donovan von der irischen Vermögensverwaltung FGS bei der Vorstellung der Pläne. Direkt an der Autobahnausfahrt Schönefeld-Nord ist auf einer rund 30 Hektar großen Fläche eine Flughafenstadt mit hochwertigen Büroflächen, Konferenzzentrum, Hotels und Wohnbebauung im nördlichen Bereich geplant, so Klaus Laminet von Investa. Auf weiteren vier Hektar bei Waßmannsdorf sind einfache Gewerbeflächen und Zwei- bis Drei-Sterne-Hotels vorgesehen. Auf 25 Hektar zwischen den beiden Standorten soll ein Logistik- und Produktionsareal mit Laborflächen für die Biotechnologiebranche entstehen. Damit liegt man voll im Trend, sagte Detlev Stronk von der Brandenburger Zukunftsagentur. Die Hauptstadtregion entwickele sich immer mehr zu einem Zentrum der Biotechnologie. „Die bisherigen Standorte Golm, Hennigsdorf und Luckenwalde laufen voll, wir haben bereits weitere Anfragen.“

Sobald die Bebauungspläne rechtskräftig sind, wollen die Investoren mit der Vermarktung beginnen. Die gegenwärtige Finanzkrise tangiere das Projekt nicht, da man in erster Linie mit Eigenkapital arbeite. Die Erschließung der Flächen soll über städtebauliche Verträge mit der Gemeinde Schönefeld geregelt werden. Laminet rechnet mit einem Baubeginn für Ende 2009 oder Anfang 2010. Für die Gesamtentwicklung werden man fünf bis zehn Jahre brauchen. Angaben über die zu erwartende Zahl an Arbeitsplätzen wurden nicht gemacht.

Seit dem Planfeststellungsbeschluss für den BBI im Februar 2006 wurden im BBI-Umfeld bereits für 241 gewerbliche Projekte mit einem Investitionsvolumen von 209 Millionen Euro insgesamt 58 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt, berichtete Minister Junghanns. Damit werden 1153 Jobs geschaffen. Auf Berliner Gebiet hatte der britische Betreiber Segro bereits zum Jahresbeginn eine große Fläche erworben, um hier einen „BBI Business Park“ zu errichten.

Auf die Finanzierung des 2,2 Milliarden Euro teuren BBI-Baus hat die Bankenkrise bisher keine Auswirkungen. Nachdem die Länder Berlin und Brandenburg inzwischen ihre Bürgschaft auf 100 Prozent des Finanzierungsbetrages aufgestockt haben – die Zustimmung des Bundes als drittem Gesellschafter steht noch aus – sei man auf der sicheren Seite, sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel. Insgesamt sind bisher 280 Einzellose im Gesamtvolumen von 1,12 Milliarden Euro vergeben worden; 70 Prozent davon an Unternehmen aus der Region. Die jüngsten Großaufträge waren das Construction Management, der Terminal-Rohbau und die Gepäckförderanlage. Die nächsten Ausschreibungen betreffen den Fassadenbau und die Computersysteme.

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