Der Tagesspiegel : Schöneicher Straßenbahn: Private Eisenbahn will einsteigen

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Für die gerade 90 Jahre alt gewordene und von der Einstellung bedrohte Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn zeichnet sich eine Rettungsmöglichkeit ab. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die Eigentümerin der so genannten Heidekrautbahn von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck und Wensickendorf ist, will den kleinen Straßenbahnbetrieb östlich von Berlin übernehmen. Vorstand Christian Kuhn ist überzeugt, dass die Straßenbahn unter dem Dach der NEB weiterbestehen könnte.

Die Bahnen fahren auf der 14,5 Kilometer langen Strecke vom S-Bahnhof Friedrichshagen nach Alt-Rüdersdorf seit der Wende zwar zum großen Teil auf sanierten Gleisen, aber mit stets leeren Kassen. Zuletzt hat der Landkreis Märkisch-Oderland angekündigt, er werde als Gesellschafter den Zuschuss in diesem Jahr von 360 000 Mark auf 240 000 Mark kürzen. Damit wäre die Straßenbahn nach Angaben ihres Geschäftsführers Jan Bleis am Ende.

Jetzt hat die Gesellschafterversammlung einer Privatisierung zugestimmt. Die Niederbarnimer Eisenbahn wolle auf jeden Fall eine Mehrheitsbeteiligung oder eine vollständige Übernahme, sagte Kuhn. Ohne weitere Zuschüsse der Altgesellschafter - die Landkreise Oder-Spree und Märkisch Oderland sowie die Gemeinden Schöneiche und Rüdersdorf - käme aber auch der neue Eigentümer nicht aus, machte Kuhn klar. Allerdings würden die Zuschüsse deutlich geringer ausfallen als heute, verspricht er.

Hoffnung für die Straßenbahn kommt auch aus Potsdam. Die SPD-Landtagsfraktion will durch eine Gesetzesänderung erreichen, dass das Land den Nahverkehr weiter fördert. Davon könnten auch die kleinen Straßenbahnbetriebe profitierten.

Unabhängig davon feiert die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn am 10. September mit einem großen Fest ihr 90-jähriges Bestehen.

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