Schönhagen : Innenministerium verteidigt Umzug der Hubschrauberstaffel

Streit zwischen Polizei und Innenministerium: Die Hubschrauberstaffel soll von Schönefeld nach Schönhagen umziehen, die Polizeigewerkschaft findet die Gründe "an den Haaren herbeigezogen". Das Innenministerium wiederum bezeichnet die Kritik der Gewerkschaft als unrealistisch.

PotsdamDas Innenministerium hat den geplanten Umzug der Hubschrauberstaffel der Polizei von Schönefeld nach Schönhagen verteidigt. Sprecher Geert Piorkowski betonte am Freitag, die Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gehe an der Realität vorbei. Es sprächen zahlreiche Gründe für die Ansiedlung der beiden Eurocopter auf dem Flugplatz Schönhagen.

Hintergrund für die Standortsuche ist laut Piorkowski der Ausbau des Airports in Schönefeld zum Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI). Der jetzige Sitz der Hubschrauberstaffel müsse einer neuen Rollbahn weichen.

Für Schönhagen im Kreis Teltow-Fläming spricht laut des Innenministeriums unter anderem die Einsatzbilanz. Demnach sind die Eurocopter am häufigsten im Süden des Landes unterwegs. Das werde wegen der demografischen Entwicklung in Brandenburg voraussichtlich auch künftig so sein. Zudem nannte der Sprecher geringere Kosten als Grund für Schönhagen. Ferner sei dort die Firma ansässig, die für die Wartung der beiden Eurocopter zuständig sei.

Der Umzug ist zum Jahresende geplant

Der Ministeriumssprecher wies zudem das Argument der zu hohen Lärmbelastung der Anwohner in Schönhagen zurück. Die Polizei-Hubschrauber seien 2008 durchschnittlich mit weniger als zehn Nachtflügen im Monat im Einsatz gewesen. Die Belastungen lägen in Schönhagen auch weiterhin weit unter den zugelassenen Werten.

Umziehen sollen die Hubschrauber und die rund 20 Beamten der Staffel bis zum Jahresende, wie Piorkowski weiter erklärte. Anfang kommender Woche soll erneut mit den Beamten über den Umzug gesprochen werden. Der Sprecher fügte hinzu: "Die Hubschrauberstaffel ist unersetzbar." Die Eurocopter kämen unter anderem bei der Vermisstensuche oder besonderen Verkehrslagen zum Einsatz.

Die GdP hatte am Donnerstag den Umzug scharf kritisiert. Landeschef Andreas Schuster sprach von einer Fehlentscheidung. Die aufgeführten Gründe seien "an den Haaren herbeigezogen und überwiegend falsch". Schönhagen sei nicht billiger und liege auch nicht zentraler. (jg/ddp)

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