Schule : Deutschlands Lehrer sind zu alt

Deutschlands Lehrerkollegien sind einer neuen Studie zufolge stark überaltert. Im Westen war im Schuljahr 2005/2006 gut die Hälfte der Lehrer an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen älter als 50 Jahre.

KölnWie aus dem Bildungsmonitor des Instituts der Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht, sind in Bremen und Hamburg demnach sogar bereits fast 40 Prozent der Pädagogen älter als 55 Jahre. In den neuen Bundesländern ist die Situation kaum besser aus: Dort sind 60 Prozent der Lehrer mindestens 45 Jahre alt. Erschwerend kommt hinzu, dass es an Nachwuchs mangelt.

Quereinsteiger müssen es richten

Die Länder müssen der Studie zufolge wegen fehlender junger Lehrer auch auf Quereinsteiger zurückgreifen. Im vergangenen Jahr verfügten demnach drei Prozent der Lehrer nicht über einen pädagogischen Hochschulabschluss oder ein Referendariat. Von den Seiteneinsteigern unterrichteten 15 Prozent naturwissenschaftliche Fächer und elf Prozent Mathematik. Verschärft wird die Situation auch dadurch, dass viele Lehrer nicht bis zum Ruhestandsalter von 65 Jahren arbeiten. Von den mehr als 15.500 im Schuljahr 2005/2006 pensionierten Lehrern schieden laut IW fast 30 Prozent wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig aus.

Das arbeitgebernahe IW verwies zudem darauf, dass der Bedarf sehr unterschiedlich sei, aber Lehrer kaum flexibel eingesetzt werden könnten. Das starre Besoldungssystem verhindere, dass "ein unausgelasteter Gymnasiallehrer auf dem Land einfach an eine Realschule in einer Großstadt wechselt, wo er dringender gebraucht würde." Die verfügbaren Mittel für das Lehrpersonal würden also ineffizient eingesetzt. (mit AFP)