Der Tagesspiegel : Schwaben machen märkische Kiefer salonfähig

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Baruth Das soll ein Sägewerk sein? Arbeiter sind in den riesigen Werkhallen in Baruth selten zu sehen. Dafür rattert im Sekundentakt ein dicker Kiefernstamm nach dem anderen über vollautomatische Förderbänder, wird gedreht und gewendet, millimetergenau zugeschnitten – und vom Ende des Fließbandes rollen die Balken, Kanthölzer und Bretter. „Wir sind das größte und modernste Kiefernholz- Sägewerk Europas“, so Martin Klenk, Vorstandsmitglied der Klenk AG, die mitten in südbrandenburgischen Wäldern in den vergangenen Jahren diese 94-Millionen- Euro-Investition realisiert hat. Und nicht nur das, wie Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) gestern bei seinem Besuch schwärmte: Der Investor aus dem Schwäbischen habe mitgeholfen, dass die märkische Kiefer – der „Nationalbaum“ des Landes – wieder salonfähig wurde, Einzug in die Baumärkte Deutschlands hielt.

Ein Drittel ihres Jahresumsatzes von 300 Millionen Euro macht die Klenk AG inzwischen mit Kieferprodukten, die bis in die USA verkauft werden. Das Sägewerk mit seinen 380 Mitarbeitern ist der Kern einer ganzen Holzindustrie, die in den vergangenen Jahren in Baruth entstanden ist und inzwischen 800 Menschen in der strukturschwachen Region Arbeit gibt. Und die eng miteinander verzahnt ist: So werden die „Abfälle“ des Sägewerkes, Sägespäne und Rindenreste, über eine hundert Meter lange Förderbrücke zum Nachbarn transportiert: in das neue Faserplattenwerk.

Auch dort Superlative: Die Zerfaserungsmaschine sei die modernste in der Welt, erklärt Werkleiter Hans Georg Hüster. Jedes Jahr verlassen das Werk 60 Millionen Quadratmeter Spanplatten, das sind 8500 Fußballfelder. Jede zweite von ihnen hat allerdings einen kurzen Weg: Sie wird gleich nebenan zu Laminat-Fußböden verarbeitet. „Wir wollten hier die modernste Laminatfabrik der Welt bauen und Profit machen“, sagt der Chef der Classen Industries GmbH, Ralf Eisermann. „Beides haben wir erreicht.“ thm

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