Schweinegrippe : Türkei und Indien melden erste Infektionen

Die Schweinegrippe weitet sich immer mehr aus. Erstmals wurden auch in der Türkei und Indien erste Krankheitsfälle bestätigt. Die USA melden unterdessen den fünften Toten infolge der Amerikagrippe.

Washington/IstanbulEin Reisender aus den USA sei auf dem Atatürk- Flughafen in Istanbul positiv auf das Virus A/H1N1 getestet worden, berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk und berief sich auf das Gesundheitsministerium.

Der Mann sei US-Staatsbürger und auf dem Weg in den Irak gewesen. Wärmekameras auf dem Flughafen hatten bei ihm starkes Fieber angezeigt. Ihm war danach eine Blutprobe entnommen worden. Die Türkei hatte die Kontrollen auf Flughäfen verstärkt. Reisende müssen auch ein Formular zu ihrem Gesundheitszustand ausfüllen. 

Auch in Indien wurde eine erste Infektion bekannt. Ein 23-Jähriger sei positiv auf das Virus A/H1N1 getestet worden. Der Mann sei bereits am Mittwoch von den Vereinigten Staaten in die südindische Stadt Hyderabad geflogen.

Wie die amerikanischen Gesundheitsbehörden mitteilten, ist ein 33-jähriger Mann aus dem Bundesstaat Texas an dem Virus H1N1 gestorben. Erst am Donnerstag erlag im US-Bundesstaat Arizona eine Frau der Schweinegrippe.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sind weltweit bislang mehr als 7500 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt, die meisten von ihnen in Mexiko und den USA. Bereits 65 Menschen in 34 Ländern seien an der Krankheit gestorben.

Laut dem Robert-Koch-Institut sind in Deutschland ein Dutzend Krankheitsfälle bekannt.  Experten befürchten, dass sich weltweit zehn Mal mehr Menschen mit dem Virus infiziert haben als bisher angenommen.

Die Regierung Mexikos wies indes die Vorwürfe des kubanischen Ex-Präsidenten Fidel Castro zurück. Dieser hatte die mexikanische Regierung beschuldigt, sie hätten den Ausbruch der Krankheit zunächst verheimlicht, um den Besuch von US- Präsident Barack Obama im April nicht zu gefährden.

Weltweit gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Grippe Mitte Februar im Dorf La Gloria im Bundesstaat Veracruz an der Ostküste Mexikos begonnen haben könnte. (sh/dpa)