Schwielowsee : Immer am Wasser entlang

Anders als Potsdam hat Ferch am Schwielowsee keinen Ärger mit Uferwegen Ein Radweg führt sogar bis nach Caputh ans andere Ende des Gewässers.

Henry Klix
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Abendstunde am Schwielowsee. Niemand verwehrt zwischen Ferch und Caputh den Zugang zum Wasser. -Foto: dpa

Ferch/Schwielowsee - Was in Babelsberg und Groß Glienicke zu Konflikten führt und in Caputh bis heute als nicht umsetzbar gilt, hat in Ferch reibungslos geklappt: Das Dorf hat seinen durchgehenden Uferweg um den Schwielowsee mit vielen Durchblicken zum Wasser für die Allgemeinheit gesichert. „Genaugenommen geht der Uferweg sogar bis nach Caputh“, sagt Ortsvorsteher Roland Büchner.

Seit acht Jahren besteht der touristisch attraktive Stege-Radweg zwischen den beiden Orten. 1998 hatte Büchner den Ausbau des allerdings seit jeher öffentlichen Sandwegs in seinem Dorf zur Uferpromenade angeschoben, jetzt gab es den ersten Spatenstich für ein weiteres, 280 Meter langes Stück zwischen Seeweg und Wiesensteg. Bis Dezember soll es fertig sein, die Kosten von 126 000 Euro werden vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung aus dem Programm zur „Integrierten ländlichen Entwicklung“ mit 61 000 Euro gefördert.

Roland Büchner hofft, dass die Fercher Seepromenade in zwei Jahren mit dem letzten Abschnitt zwischen „Haus am See“ und Mittelbusch komplettiert wird – und auch die Schwielowseer Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) würde sich freuen, wenn das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung das „Großprojekt“ weiter unterstützt. Einheimische würden genauso profitieren wie Ausflügler und Touristen.

Der Fercher Uferweg ist inzwischen ins überregionale Radwegenetz eingebunden, er führt auf die F1-Trasse, die wiederum in den Europaradweg R 1 mündet. Das neue Teilstück am Wiesensteg soll in 3,50 Meter Breite mit „herbstbuntem“ Betonpflaster befestigt werden, dabei orientiert man sich am anschließenden Seeweg. Begonnen wird in diesem Monat am Wiesensteg, im Dezember sollen die Bauarbeiten, für die der gesamte Abschnitt voll gesperrt werden muss, abgeschlossen sein. Die Anlieger werden an den Kosten beteiligt.

Von solch idyllischer Uferrandlage ist die Stadt Potsdam weit entfernt. Unlängst hat der Hauptausschuss beschlossen, alle im Bundesbesitz befindlichen Ufergrundstücke am Groß Glienicker See zu kaufen – ausgenommen jener Flächen, die zwar im Bundeseigentum, aber noch mit Restitutionsansprüchen behaftet sind. Mit dem Ankauf will die Stadt den öffentlichen Zugang zum Seeufer sichern. Wie berichtet, waren vor einigen Wochen mehrere Anrainer am Groß Glienicker See dem Beispiel der Griebnitzsee-Anrainer gefolgt und hatten den über ihre Privatgrundstücke führenden Weg für die Öffentlichkeit gesperrt. Von der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft des Bundes geplante Seenverkäufe in Brandenburg an private Interessenten waren im August bis Jahresende gestoppt worden.

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