Selbstmord : Polizei zieht Konsequenz

Die Mutter, die sich am Montag in Potsdam mit ihrem Kind in den Tod stürzte, hatte schon vor neun Monaten versucht, sich und ihre Tochter umzubringen. Doch die Polizei informierte das Jugendamt nicht.

PotsdamDie Polizei möchte die Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Jugendamt verbessern. Diese Konsequenz zieht sie nach dem tödlichen Sprung einer Mutter mit ihrer Tochter von einem Hochhaus in Potsdam am Montag.

Der Polizeileiter Matthias Tänzer räumte am Dienstag ein, dass sich Beate J. bereits vor neun Monaten gemeinsam mit ihrer Tochter vom Hochhaus habe stürzen wollen. Damals hatten die Frau und ihr Kind aber sicher geborgen werden können. Das Wissen um den Selbstmordgedanken wurde von der Polizei aber nicht an das Jugendamt weitergegeben. Für die Kollegen habe es "keine Anhaltspunkte" dafür gegeben, dass das Wohl des Kindes in der Familie gefährdet gewesen sei. Beate J. habe sich zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik begeben und das Mädchen sei dem Vater übergeben worden.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) betonte, das Wohl des Kindes müsse im Gesamtkontext beurteilt werden. Die Dreijährige sei regelmäßig in der Kita erschienen, der Vater habe sich um sie gekümmert. "Ich bin der Auffassung, dass die Polizei hier korrekt gehandelt hat", sagte Jakobs. (kda/ddp)

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