SERIE WENDEKalender : 13. Januar 1989

Beim Versuch, aus der DDR zu fliehen, stirbt ein 24-jähriger Student

20 JAHRE MAUERFALL

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Ingolf Diederichs aus Wismar, 24 Jahre alt, gehört zu den vielen Maueropfern, über die nur wenig bekannt ist. Am Abend dieses 13. Januar will der Student der Berufspädagogik an der TU Dresden von Ost- nach West-Berlin flüchten. Seine persönlichen Motive bleiben im Dunkeln. Er hat sich aus Kinderbettgittern eine Klappleiter gebaut, um am Bahnhof Pankow auf den S-Bahnzug zu steigen. Der Zug rollt in Richtung Schönhauser Allee. Gegen 18.30 Uhr springt Diederichs in der Nähe der Bösebrücke ab. Er bleibt jedoch am Zug hängen, wird mitgeschleift und schwer am Kopf verletzt. Die Stasi verschleiert den Fluchtversuch und ordnet „operative Kontrollmaßnahmen“ der Angehörigen an, wie es in einem Stasi-Dossier heißt, das dem Berliner Mauermuseum vorliegt. Den Eltern von Ingolf Diederichs wird nur mitgeteilt, ihr Sohn sei durch einen Sturz aus einem fahrenden Zug zu Tode gekommen.

An der Bösebrücke befand sich der Grenzübergang Bornholmer Straße für „Bürger der Bundesrepublik Deutschland“, die nach Ost-Berlin einreisen wollten. Am 9. November öffnete sich hier das erste Tor nach West-Berlin. loy

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