SERIE WENDEKalender : 15. Februar 1989

In Hellersdorf konnten sich die Mieter nicht an die Müllschlucker gewöhnen

20 JAHRE MAUERFALL

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Der Stadtbezirksbürgermeister von Hellersdorf, Hans-Günther Burbach, gesteht öffentlich ein, dass „das Tempo bei der Schaffung gesellschaftlicher Einrichtungen und bei der Gestaltung von Grün- und Freiflächen nicht mit dem Wohnungsbau Schritt“ hält. Deshalb werden die Neu-Hellersdorfer zum Mittun aufgefordert. Es hätten bereits 1100 Bürger einen „Pflegevertrag“ fürs „Wohngrün“ unterschrieben. Inzwischen wohnen in Hellersdorf rund 90 000 Menschen. Seit Gründung des Stadtbezirks im Jahr 1986 seien 16 000 Wohnungen errichtet worden, dazu sieben Kaufhallen, sieben „Wohngebietsgaststätten“, zwei Jugendclubs und drei „Sero-Annahmestellen“. Im Juli soll die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 bis Hönow in Betrieb gehen.

Günter Graff aus dem Hochhaus Blenheimstraße 27 in Marzahn schreibt unterdessen einen Brief an die „Berliner Zeitung“. Er beschwert sich über „gefährlichen Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit“. In seinem Haus werde „von etlichen Bewohnern“ der Müllschlucker ignoriert. „Immer wieder fliegen, meistens nach 21 Uhr, Zigarettenreste, Papierknäuel, Obstreste, manchmal sogar leere Bierflaschen aus den Fenstern auf die Straße.“ loy

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