SERIE WENDEKalender : 30. Mai 1989

Die Philharmoniker spielen in Ost-Berlin, Kirchenleute prangern Wahlbetrug an

JAHRE

MAUERFALL

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Zum ersten Mal seit 1948 treten die Berliner Philharmoniker in Ost-Berlin auf. Das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ feiert den Auftritt. Das Publikum habe das „phantastische Konzert mit stehenden Ovationen“ aufgenommen. Vor dem Konzert kommen die beiden Regierungschefs der Teilstädte zu einem Gespräch zusammen. Während ADN schreibt, Walter Momper (SPD) habe das Konzert auf Einladung des Ost-Berliner Kollegen Erhard Krack besucht, beharrt die West-Berliner Seite auf einem rein privaten Besuchstermin. Nach dem Konzert spazieren die Ehepaare Momper und Krack vom Konzerthaus am Gendarmenmarkt zum Palasthotel an der Karl-Liebknecht-Straße. Anne Momper zeigt sich laut „Berliner Morgenpost“ beeindruckt von den vielen angestrahlten historischen Gebäuden – „das hat ja hier einen Hauch von Paris“.

Mehreren Ost-Berlinern wird der Zugang zur konstituierenden Sitzung der Versammlung des Stadtbezirks Friedrichshain verwehrt. Sie wollten die Diskrepanz zwischen den amtlichen Ergebnissen der Kommunalwahlen und den Auszählungen kirchennaher Beobachter ansprechen. Dem Pfarrer Rainer Eppelmann wurde schon vorab die Teilnahme an der Versammlung verboten. loy

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