SERIE WENDEKalender : 30. September 1989 Ein Pferdefuhrwerk darf nicht einreisen Botschaftsflüchtlinge dürfen ausreisen

JAHRE

MAUERFALL

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www.tagesspiegel.de/meinjahr89

Der Hamburger Aktionskünstler Rolf Schulz ist mit einem Pferdefuhrwerk, beladen mit einem drei Tonnen schweren Mahagonibaum aus dem Kongo, von der Gedächtniskirche bis zum Checkpoint Charlie gezogen. Weil von dem Baum Kunstblut trieft, heißt die Aktion „Blutspur-Prozession Coma Amazonica“. Am Checkpoint Charlie ist die Prozession zu Ende. Die Behörden haben das Weiterziehen untersagt, weil die Kunstaktion für den Naturschutz in der DDR „nicht erforderlich“ sei.

Am Abend verkündet Außenminister Genscher in der Prager Botschaft, dass die DDR-Flüchtlinge ausreisen dürfen. Auch die Flüchtlinge in der Warschauer Botschaft bekommen grünes Licht für die Ausreise. Die DDR bestätigte, dass sie in versiegelten Reichsbahn-Zügen durch die DDR in den Westen abgeschoben würden. Mehr als 5000 Menschen lebten zuletzt in den beiden Botschaften. Das „Neue Deutschland“ verkündet zwei Tage später, man müsse den Exilanten keine Träne nachweinen. Unter diesen Leuten befänden sich auch „Asoziale“. Auf Youtube ist übrigens die Tagesschau-Ausgabe vom 30. September 1989 abrufbar. loy

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