SERIE WENDEKalender : 9. Februar 1989

West-Berlin schickt Müll in die DDR Neuer Trend in Ost-Berlin: „Innen-WC“

20 JAHRE MAUERFALL

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Ost-Berliner Umweltaktivisten protestieren bei einem Treffen mit Vertretern des DDR-Umweltministeriums gegen den Bau der Sondermüllverbrennungsanlage Schöneiche. Die will der West-Berliner Senat mit rund 70 Millionen Mark bezahlen und mit Müll beschicken.

Westliche Experten kritisieren die Anlage als technisch veraltet.

Ost-Berlin produziert unterdessen zum anstehenden 40. Gründungstag der DDR Unmengen von Statistiken, die Politbüromitglieder auf irgendwelchen Tagungen vom Blatt lesen. Egon Krenz, zweiter Mann hinter Honecker, berichtet laut „Informationsbüro West“ (IWE), dass Ost-Berlin inzwischen 1,28 Millionen Einwohner habe, ein Zuwachs von 95 000 in fünf Jahren. 29 Prozent davon lebten in den Neubaugebieten von Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf. Von 1000 Berliner Wohnungen hätten inzwischen 878 ein Bad oder eine Dusche, 942 ein „Innen-WC“ und 606 eine moderne Heizung. Trotz alledem, räumte Krenz ein, sei das Wohnungsproblem noch nicht gelöst. In Prenzlauer Berg, so berichtet IWE einige Tage später, gebe es noch 11 000 Wohnungen mit Außentoilette und 22 000 ohne Bad oder Dusche. loy

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