Sexuelle Demütigung : Polizeihundeschule soll geschlossen werden

Sexuelle Erniedrigung und Tierquälerei: Schlimmer könnten die Vorwürfe gegen die Ausbilder der polizeilichen Diensthundeschule Herzogau nicht sein. Erste personelle Konsequenzen sind bereits gertoffen worden.

Polizeihundeschule Herzogau
Herzogau: Was ist wirklich passiert? -Foto: ddp

Regensburg/WaldmünchenNach den schweren Vorwürfen gegen Ausbilder der bayerischen Polizeihundeschule Herzogau in Waldmünchen hat es erste personelle Konsequenzen gegeben. Wie der Sprecher des bayerischen Innenministeriums, Karl-Michael Scheufele, bestätigte hat das Bereitschaftspolizeipräsidium drei Beamte bis zur Aufklärung der Vorwürfe von der Hundeschule an andere Dienststellen versetzt.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg will die Vorwürfe schnell aufklären. Die Kriminalpolizei solle die Vorfälle untersuchen, die in einer anonymen Anzeige geschildert worden waren, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel. "Ich rechne damit, dass wir spätestens Anfang nächster Woche ein Ergebnis haben."

Der Anzeige zufolge waren in der Fortbildungseinrichtung der Bereitschaftspolizei Polizistinnen immer wieder erniedrigt worden. So sollen Ausbilder die Beamtinnen mit frauenfeindlichen Sprüchen beleidigt und mit sexistischen Übergriffen drangsaliert haben. Der achtseitigen Anzeige zufolge gingen in der Ausbildungsstätte Prostituierte ein und aus, in der Kantine soll bei einer abendlichen Feier eine Stripperin aufgetreten sein. Zudem sei es zu Alkoholexzessen und Tierquälerei gekommen. Wegen der detailreichen Schilderung gehen Insider davon aus, dass der Brief von einem oder mehreren Polizisten verfasst wurde.

Die Staatsanwaltschaft will laut Ruckdäschel erst einmal herausfinden, ob die geschilderten Vorwürfe "Hand und Fuß haben". SPD-Fraktionschef Franz Maget hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) aufgefordert, dem Landtag bis zum kommenden Mittwoch (7. November) einen Bericht zu den Vorgängen vorzulegen. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte in Berlin: "Selbst wenn die Vorwürfe sich nur in Teilen bestätigten, sind personelle Konsequenzen unausweichlich." Sexuelle Belästigungen und Demütigungen hätten in der deutschen Polizei keinen Platz. (mit dpa)