Sicherheit : Russland warnt Nato vor einseitigen Schritten

Russland ruft die Nato dazu auf, "keine Schritte auf Kosten eines anderen" zu übernehmen. Hauptstreitpunkt bleibt der geplante US-Raketenabwehrschild über Osteuropa.

MoskauRussland hat die Nato vor einseitigen Schritten gewarnt, welche die Sicherheit in Europa gefährden könnten. Außenminister Sergej Lawrow sagte bei einem  Treffen mit Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer in Moskau,  Russland und die Nato müssten sich gegenseitig Sicherheit garantieren und dürften keine Schritte zur Stärkung der eigenen  Sicherheit "auf Kosten eines anderen" unternehmen. "Wir sollten die  Diskussionen über Themen fortsetzen, bei denen wir nicht  übereinstimmen", sagte Lawrow laut der russischen  Nachrichtenagentur Interfax. De Hoop Scheffer wollte im Laufe des  Tages mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen.

Die Hauptstreitpunkte zwischen Moskau und der westlichen Allianz  bestehen in dem geplanten US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa, in  der Zukunft der serbischen Provinz Kosovo und in der  Nato-Erweiterung auf das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Zu den Anwärtern auf eine Mitgliedschaft zählen Georgien und die Ukraine;  De Hoop Scheffer sagte am Montag zu Beginn seines Besuchs in  Russland, die Tür stehe neuen Mitgliedern offen.

Diskussionsbedarf besteht auch über die Zukunft des Vertrags über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE). Aus Protest gegen den geplanten US-Raketenschild hatte Moskau im April damit gedroht, den  Vertrag aufzukündigen. (mit AFP)