Der Tagesspiegel : „Sind Sie nur eine Übergangslösung bis zur Landtagswahl 2004?“

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FRANK SZYMANSKI

war seit 1999 Staatssekretär im Brandenburger Bildungsministerium.

Nun wird er Nachfolger des zurückgetretenen

Hartmut Meyer.

Foto: dpa

DIE AKTUELLE FRAGE

In der Wirtschaft, aber auch im Ministerium gibt es Skepsis gegenüber einem ExSchulleiter und bisherigem Bildungsstaatssekretär als Bauminister. Wie gehen Sie damit um?

Offen, wie es meine Art ist. Ich bin kein Mensch, der Konflikte scheut. Das Haus ist gut aufgestellt, ich kann zuhören und ich werde den Rat von Experten einholen. In meiner bisherigen Aufgabe habe ich nachgewiesen, dass ich ein Ministerium lenken, Prioritäten setzen und Strukturveränderungen durchsetzen kann.

Sie waren bisher mit Leib und Seele Bildungspolitiker. Sind Sie im neuen Job nur eine Übergangslösung bis zur Landtagswahl 2004?

Nein. Ich gehe in das neue Amt nicht nur für ein Jahr. Ich habe viele Ideen, wie man dieses für die Landesentwicklung so wichtige Ministerium strategisch auf neue Herausforderungen wie den Bevölkerungsrückgang, die demographische Entwicklung ausrichtet. Das betrifft den Ausbau der Verkehrswege ebenso wie die Stadtentwicklung.

Keine Sorge, dass das Ministerium Opfer einer Kabinettsverkleinerung nach der Landtagswahl wird?

Ich gehe fest davon aus, dass es auch künftig ein Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr geben wird. Es ist das zentrale Infrastrukturressort.

Über Ihren Vorgänger heißt es, er habe sich vorwiegend auf den Straßenbau und Ortsumgehungen konzentriert. Wo werden Sie Akzente setzen?

Ich weiß nicht, ob diese Einschätzung über die Politik von Hartmut Meyer stimmt. Für mich steht fest, dass wegen des demographischen Wandels der Stadtumbau immer mehr in den Vordergrund rückt. Wir müssen dort das Tempo forcieren. Schließlich stehen schon jetzt 150000 Wohnungen leer. Tendenz steigend. Da sind kreative Ideen gefragt. Für den Stadtumbau müssen künftig Förderprogramme ressortübergreifend kombiniert werden.

Das Interview führte Thorsten Metzner.

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