Ski alpin : Annemarie Gerg hört auf

Die 32-jährige Slalom-Spezialistin Annemarie Gerg hat ihr Karriereende bekannt gegeben. Grund seien gesundheitliche Probleme, erklärte Gerg, die zuletzt immer wieder mit Knieverletzungen zu kämpfen hatte.

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Hört auf: Annemarie Gerg. -Foto: ddp

MünchenAnnemarie Gerg hat nach 15 Jahren Weltcup ihren Rücktritt vom alpinen Skirennsport erklärt. Die 32-jährige Slalom-Spezialistin aus Lenggries begründete in einer Pressemitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) ihren Entschluss mit andauernden gesundheitlichen Problemen in Folge mehrerer Knieverletzungen. "Ich hatte schon im letzten Winter mit meinem lädierten rechten Knie zu kämpfen und musste immer wieder pausieren", sagte Annemarie Gerg, "eine Operation im März verlief zwar positiv, aber für den Renneinsatz auf harten Pisten fehlt dem Knie die nötige Stabilität. Eine Start bei Weltcuprennen macht unter diesen Voraussetzungen keinen Sinn mehr."

Ihren größten Erfolg feierte die Cousine der ehemaligen Ski-Rennläuferin Hilde Gerg im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz beim Slalom-Weltcup in Val d'Isere. "Wir hatten die Hoffnung, dass sie noch einmal ein tolle Saison fährt. Trotz der verletzungsbedingten Pausen kam sie in den letzten Jahren immer besser in Form und wäre jetzt reif für absolute Spitzenresultate gewesen", sagte Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Nach dem Rücktritt Gergs dürfte der Druck für Mannschaftsführerin Maria Riesch noch größer werden. Die 22-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen hatte in der vergangenen Saison ebenfalls mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen.

Sportlich und menschlich ein Eckpfeiler

Annemarie Gerg nahm an vier Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen teil. Im Laufe ihrer Karriere platzierte sich die Bundespolizistin im Weltcup 25 Mal unter den besten Fünfzehn und gewann sechs nationale Meistertitel im Slalom und Riesenslalom. Ihre stärkste Saison fuhr sie im Winter 2002/03, als sie 13. im Slalom-Weltcup wurde. Alpin-Sportdirektor Wolfgang Maier würdigte Gerg als "sportlich und menschlich wichtigen Eckpfeiler der Mannschaft".

Nach der Operation im März wollte sie in der kommenden Saison noch einmal angreifen. Doch bei den jüngsten Tests kehrten die Schmerzen zurück, und die Lenggrieserin hat sich nun entschieden, "dass ich das nicht mehr aushalten will". Pläne für die Zukunft hat Annemarie Gerg bereits. Im Oktober beginnt sie ein Studium zum Fitnessökonom in München, "und der Sport wird weiterhin eine zentrale Rolle in meinem Leben spielen." (mit dpa)