Ski Nordisch : Martin Schmitt verpasst als Fünfter WM-Medaille

Der Medaillentraum von Martin Schmitt ist geplatzt, doch der Furtwangener hat auch bei den Weltmeisterschaften seinen Platz in der Weltspitze gefestigt. Die Langlauf-Damen kamen hingegen einmal mehr nicht in die Gänge

Gerald Fritsche,Eric Dobias[dpa]

LiberecBei der ersten Sprung-Entscheidung der nordischen Ski-WM von der Normalschanze kam Schmitt am Samstag auf Platz fünf. Den Titel holte sich der österreichische Sieger der Vierschanzentournee, Wolfgang Loitzl. Im Gegensatz zu Schmitt konnte zuvor Evi Sachenbacher-Stehle in der Doppelverfolgung der Skilangläuferinnen über jeweils 7,5 Kilometer in den beiden Stilarten nicht in den Kampf um eine vordere Platzierung eingreifen und wurde am Ende Zehnte. Der Sieg ging an Justyna Kowalczyk, die als erste Polin in der WM-Geschichte Langlauf-Gold gewann.

"Wir können erhobenen Hauptes hier rausgehen. Ich bin zufrieden mit dem Wettkampf, wir können uns als Team sehen lassen», resümierte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster. Schmitt meinte: "Mit Glück wäre es möglich gewesen, auf das Podest zu springen. Aber das können viele andere auch sagen."

Seine Teamkollegen konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Michael Uhrmann (Rastbüchl), der am Freitag noch im Abschlusstraining gestürzt war, belegte Rang 15. "Dafür kann man sich nichts kaufen", sagte der Bayer und ergänzte: "Das wusste ich aber schon vorher, dass ich nicht um die Medaillen mitspringen kann. Das wäre weltfremd gewesen." Unzufrieden als 17. war auch Michael Neumayer (Berchtesgaden): "Da gibt's nichts zu beschönigen, auch wenn es heute die besten zwei Sprünge auf dieser Schanze waren." Stephan Hocke aus Schmiedefeld kam auf Rang 19.

Im Ski vergriffen

Die Langlauf-Damen kamen einmal mehr nicht in die Gänge. Außer Evi Sachenbacher-Stehle, die mit Rang zehn ein ordentliches, wenngleich nicht überragendes Ergebnis ablieferte, ging nicht viel. Stefanie Böhler (Ibach) musste vorsichtshalber wegen aufkommender Halsschmerzen auf einen Start verzichten, um die Staffel am Donnerstag nicht in Gefahr zu bringen. Claudia Nystad (Oberwiesenthal) stürzte in der ersten Runde und gab dann völlig entnervt auf, nachdem sie sich bei der Ski-Wahl für den klassischen Bereich völlig vergriffen hatte.

"Ich habe keine Ahnung, wie man sich bei diesen Bedingungen für einen No-Wax-Ski entscheiden konnte. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis", schimpfte Bundestrainer Jochen Behle. "Mein Ski ging überhaupt nicht", stammelte Nystad mit versteinerter Miene und verschwand. "Die Claudia bauen wir schon wieder auf. Es war wirklich schwierig, heute den richtigen Klassik-Ski auszusuchen. Wir haben über eine Stunde getestet", sagte Sachenbacher-Stehle.

Sie selbst konnte nach einer völlig verkorksten Saison mit mehreren Krankheiten wieder etwas optimistischer nach vorn sehen. "Durch die Krankheiten haben mir am Ende ein paar Körner gefehlt. Aber mit dem Ergebnis bin ich schon zufrieden", sagte die Bayerin, die auf dem klassischen Abschnitt in der dritten Runde abreißen lassen musste. "Da haben wir mal einen Moment nicht aufgepasst - und schon war die Lücke da, die du nicht wieder zulaufen kannst", erklärte sie und konzentriert sich nun auf die beiden Team- Entscheidungen in der nächsten Woche.

Viel Schnee in den kommenden Tagen

Hoffnung auf Medaillen am Sonntag machen sich die Kombinierer. Titelverteidiger Ronny Ackermann sprang im Training immer vorn mit, wobei zahlreiche Favoriten wie Massenstart-Weltmeister Todd Lodwick aus den USA und Silbermedaillen-Gewinner Tino Edelmann (Zella-Mehlis) das Sprungtraining ausließen.

Ob die hochgehandelten Langläufer um Titelverteidiger Axel Teichmann (Bad Lobenstein) in den Medaillenkampf eingreifen können, ist offen. "Es ist wieder Herren-Tag angesagt und damit reichlich Schneefall. Da geht die Ski-Lotterie wieder von vorn los", berichtete Behle. Laut Wetterbericht sind Schneefälle von 14 bis 26 Zentimeter in der WM-Region möglich. "Ich bin lange genug im Geschäft, um mich von einem Rückschlag nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Aber nur mit Wut im Bauch läuft man auch nicht schnell", sagte Teichmann, der wegen der falschen Ski-Wahl im 15-Kilometer- Rennen nur 38. geworden war.