Software-Hersteller : BEA weist Übernahmeangebot von Oracle zurück

Das amerikanische Softwareunternehmen BEA Systems hat das Übernahmeangebot des Konkurrenten Oracle als zu niedrig abgelehnt. Erst vor kurzem hatte der deutsche Erzrivale SAP seinerseits eine Übernahme angekündigt.

San JoseDas Barangebot von 17,00 US-Dollar je Aktie spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider, schrieb der Verwaltungsrat von BEA in einem offenen Brief an Oracle. Außerdem sei Oracle ein direkter Wettbewerber, dieser Umstand mahne zusätzlich zur Vorsicht. Dennoch werde das Angebot weiter geprüft. Zunächst müsse Oracle sich aber präziser zu seinen Übernahmeplänen äußern.

Oracle hatte das Angebot am Freitag vorgelegt und betont, es liege um 25 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag, der bei 13,62 Dollar gelegen hatte. Rechnerisch ergibt sich aus der Offerte und der Aktienzahl von 392 Millionen eine Bewertung für BEA in Höhe von 6,664 Milliarden Dollar.

Wetteifern um Wachstum durch Übernahmen

Für den Rivalen des deutschen SAP-Konzerns wäre BEA eine weitere Perle in einer langen Kette von Übernahmen. Seit 2005 gab das von Larry Ellison geführte Unternehmen etwa 25 Milliarden Dollar für die Übernahme von Konkurrenten wie Siebel, Peoplesoft und Hyperion aus.

Am Sonntagabend war auch SAP, das jahrelang die Strategie rein organischen Wachstums verfolgt hatte, dem amerikanischen Konkurrenten auf den Weg gefolgt, auch durch Übernahmen zu expandieren. SAP will nun den französischen Anbieter von Finanzinformations-Software (Business Intelligence), Business Objects, für rund 4,8 Milliarden Euro übernehmen. Mit der Übernahme wollen die Walldorfer den Kundenkreis ausweiten und sich Wachstum einkaufen. (mit dpa)