Solarenergie : Die Kraft der Sonne

Spatenstich zu einem neuartigen Solarkraftwerk in Jülich: Durch die revolutionäre Technik ist das Kraftwerk absolut umweltverträglich. Der Weiterverkauf der Technik verspricht auch einen wirtschaftlichen Nutzen.

Solarkraftwerk
Kraft der Sonne. Solarenergie könnte die Zukunft sein. So wie hier bei einer Anlage in Borna. -Foto: ddp

JülichEin weltweit einzigartiges Solarkraftwerk wird in Jülich bei Aachen gebaut. Bei dem Versuchsprojekt zur CO2-freien Stromerzeugung handelt es sich um ein konventionelles Dampfkraftwerk mit "solarer Feuerung", wie das Düsseldorfer Wirtschafsministerium mitteilte. In dem so genannten Solarturmkraftwerk wird die in herkömmlichen Anlagen mit Öl, Gas oder Kohle befeuerte Brennkammer durch eine solare Brennkammer ersetzt. Betrieben wird die umweltverträgliche Anlage mit Wasser, Dampf und Luft. Beim ersten Spatenstich zeigte sich NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) überzeugt, das Projekt biete große Chancen für Wirtschaft und Klimaschutz.
  
Das neuartige Solarkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1,5 Megawatt soll 2008 in Betrieb gehen. Die Versuchsanlage verfügt über eine Spiegelfläche von rund 19.000 Quadratmetern. Bei Sonnenschein richten sich die Spiegel so aus, dass die Sonnenstrahlen auf den Turm des Kraftwerks reflektiert werden. Im Empfänger an der Turmspitze wird die Luft auf 680 Grad erhitzt. Die so gewonnene Energie erzeugt Wasserdampf, durch den eine Turbine angetrieben wird. Der auf diese Weise erzeugte Strom fließt anschließend ins öffentliche Netz.
  
Um die Schwankungen der Sonneneinstrahlung auszugleichen, verfügt das Kraftwerk über einen neuartigen Speicher. Diese Techniken wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln entwickelt und im spanischen Almeria erfolgreich erprobt. In Jülich wird nun erstmals das Gesamtsystem aus neuen Solarkomponenten und herkömmlichen Kraftwerksteilen getestet. Bei fehlender Sonneneinstrahlung könnte das Kraftwerk laut NRW-Wirtschaftsministerium auch konventionell mit Biomasse betrieben werden.

Kraftwerk ein "Meilenstein"

  
Die 23,2 Millionen Euro teure Anlage wurde von den örtlichen Stadtwerken und der Kommune zusammen mit dem Solar-Institut Jülich, der Fachhochschule Aachen, dem DLR und den Kraftanlagen München (KAM) geplant. Betreiber sind die Stadtwerke Jülich. Das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium, das Bundesumweltministerium und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft fördern das Projekt mit insgesamt 11,6 Millionen Euro.
  
Thoben bezeichnete das Versuchskraftwerk als "Meilenstein auf dem Weg zur CO2-freien Stromerzeugung". Ziel sei, eine solide Basis für die Weiterentwicklung dieser Technologie zu schaffen und zugleich die derzeitige Marktführerschaft des deutschen Anlagen- und Maschinenbaus auf diesem Sektor zu sichern. Für die umweltfreundliche Technologie gebe es einen stark wachsenden Markt vor allem in sonnenreichen Ländern, betonte die Ministerin. Solarthermische Kraftwerke im Mega-Watt-Maßstab könnten einen erheblichen Teil des künftigen weltweiten Strombedarfs kostengünstig decken. (mit AFP)