Somalia : Äthiopien tötet sechs Zivilisten in Mogadischu

Die äthiopische Armee, die derzeit die Lage im Nachbarland Somalia kontrolliert, hat in Mogadischu sechs Zivilisten in einem Bus getötet. Bei dem Beschuss der Fahrzeugs soll es sich um einen Irrtum gehandelt haben.

MogadischuIn der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben äthiopische Soldaten laut Augenzeugenberichten irrtümlich mindestens sechs Zivilisten getötet und 26 weitere verletzt. Ein Bus habe an einer Absperrung der somalischen Armee halten müssen, berichtete ein Augenzeuge. Als versehentlich eine Rakete in Richtung des Fahrzeugs abgeschossen wurde, ohne diesen zu treffen, glaubten äthiopische Soldaten in der Nähe offenbar, in dem Bus befänden sich Rebellen. Daraufhin eröffneten sie das Feuer auf die Fahrgäste. "Ich habe den Bus gesehen und die Leichen von sechs getöteten Zivilisten. Es war schrecklich", berichtete ein weiterer Augenzeuge.

Zuvor waren bei einer Explosion in der Nähe eines Busses in Mogadischu drei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. In der Nacht zu Montag wurden bei verschiedenen Zwischenfällen in der somalischen Hauptstadt zwei Zivilisten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kam in einem Bericht zu dem Schluss, dass bei den Kämpfen in Mogadischu in der ersten Jahreshälfte alle Konfliktparteien schwere Kriegsverbrechen begingen. Mit Blick auf das Wohlergehen der Zivilbevölkerung hätten alle Konfliktparteien "kriminelle Gleichgültigkeit" an den Tag gelegt, hieß es. (mit AFP)