Somalia : Islamisten erobern weitere Stadt

Radikal-islamische Extremisten haben Jowhar, die Heimatstadt des Präsidenten Sheik Sharif Ahmed, in ihre Gewalt. In der Hauptstadt Mogadischu herrscht angespannte Ruhe zwischen Regierungstruppen und der Al-Schabab-Miliz.

Nairobi/Mogadischu/New York Nur zwei Stunden dauerten die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt etwa 90 Kilometer nördlich von Mogadischu. Nach Augenzeugenberichten hat nun die extremistische Al-Schabab-Miliz die Kontrolle über alle Verwaltungszentren und Polizeistationen übernommen. Ihre Anhänger patrouillierten durch die Straßen.

Der Rundfunksender Radio Garowe berichtet, dass die Milizionäre inzwischen auch die Stadt Wabho angegriffen hätten. Diese wird bislang von der konkurrierenden islamischen Ahlu-Sunna-Miliz kontrolliert.

Bei den Kämpfen zwischen rivalisierenden islamischen Milizen in Zentralsomalia sind seit Freitag mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 20 wurden verletzt.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu dagegen hat sich Lage deutlich entspannt. Tagelang hatten sich Regierungstruppen und Al-Schabab-Kämpfern auch dort heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Übergangsregierung von Sheik Sharif Ahmed hat derzeit nur Teile der Hauptstadt unter Kontrolle.

Nach Informationen des Weltsicherheitsrates versorgt Eritrea die radikal-islamischen Rebellen im Nachbarland mit Waffen. Das höchste UN-Gremium teilte daraufhin mit, dass eine Beobachtergruppe beauftragen werde, diesen illegalen Waffenlieferungen nachzugehen. Der Sicherheitsrat hatte aufgrund des andauernden Bürgerkrieges in Somalia ein Waffenembargo gegen das Krisenland verhängt.

Somalia ist seit 1991 ohne funktionierende Regierung. Die anarchischen Verhältnisse begünstigen auch die Piraterie vor der somalischen Küste. Allein in diesem Jahr wurden bereits mehr als 20 Schiffe gekapert. Die Entführungen konnten auch die internationalen Kriegsschiffe, die im Golf von Aden patrouillieren, nicht verhindern. (sh/dpa)