Somalia : Unicef warnt vor Seuchen in überfüllten Flüchtlingslagern

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef ist besorgt über die "dramatische Versorgungslage" in den Flüchtlingslagern in Somalia. Die ersten Cholera-Fälle sind bereits aufgetreten. Viele Kinder sind unterernährt und sterben.

NairobiAngesichts der völlig unzureichenden sanitären Bedingungen drohten Seuchen, sagte der Unicef-Repräsentant für Somalia, Christian Balslev-Olesen, in Nairobi. "Es sind schon die ersten Fälle von Durchfallerkrankungen und Cholera aufgetreten. Wenn es zu einer Epidemie kommt, ist das ein Desaster, das wir nicht mehr kontrollieren können", betonte er.

Zusammen mit Partnerorganisationen unterstütze Unicef derzeit den Bau von 1600 Latrinen und die Verteilung von Wasser in den Flüchtlingslagern. Mit dem Zustrom von 170.000 Flüchtlingen aus Mogadischu in den vergangenen zweieinhalb Wochen seien die Lager vor allem in der Umgebung von Afgoye überfüllt. "Weltweit leben dort die meisten Flüchtlinge in einem Umkreis von 15 Quadratkilometern", sagte Blaslev-Olesen.

Dabei sei die Lage in der Shabelle-Region, in der viele Einwohner aus Mogadischu Zuflucht vor den Kämpfen in der somalischen Hauptstadt suchen, ohnehin dramatisch. "Selbst ohne den Konflikt herrscht eine ungeheure humanitäre Krise durch Flut und Dürre", betonte der Unicef- Vertreter. "Die Unterernährung beträgt bis zu 25 Prozent, Kinder sterben." (mit dpa)