Sommervergnügen : Bäder locken mit Pinguinen

Brandenburgs 20 Spaßbäder konkurrieren mit neuen Attraktionen um die Besucher. Im Bad in Lübbenau kann man Anfang November sogar mit putzigen Pinguinen planschen.

Claus-Dieter Steyer
Steintherme Belzig
Steintherme Belzig: Hier wird die La Stone Therapie und die Bernstein Therapie angeboten. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Lübbenau - Die wachsende Konkurrenz der 20 Thermal- und Spaßbäder in Brandenburg macht erfinderisch. Während sich die im Schnitt zu 40 bis 50 Prozent aus Berlin stammenden Besucher in den meisten Anlagen über immer neue Rabatte, erweiterte Saunen, aus fernen Ländern übernommene Massagen und andere Wohlfühlangebote freuen, bleiben einige Bäder auf der Strecke. Vor allem das erst im Vorjahr eröffnete Freizeitbad „Lagune“ in Cottbus kämpft ums Überleben, nachdem die Besucherzahlen erheblich unter den Erwartungen geblieben sind.

Bis auf „Tropical Islands“ in der einstigen Luftschiffhalle gibt es ohnehin nirgendwo einen starken Anstieg der Gästezahlen. In der Riesenhalle hat sich die Eröffnung des großen Sauna- und Wellnessbereiches als zusätzliches Lockmittel erwiesen. Nur mit neuen Attraktionen können die Bäder mehr Eintrittskarten verkaufen, um so nicht zuletzt die stark gestiegenen Energiekosten auszugleichen.

Einen besonderen Clou bereitet das Bad in Lübbenau für Anfang November vor: Baden mit Pinguinen. Vorerst sollen zwölf dieser putzigen Vögel in einem eigenen Außenbecken Einzug halten, in dem sie dann von den Besuchern auch unterhalb der Wasserlinie beobachtet werden können. Sie müssen nur im Nachbarbecken abtauchen und die Augen öffnen, um die Tiere hinter der trennenden Glasscheibe zu betrachten.

„Die Tiere kommen aus verschiedenen Tierparks und Zoos Deutschlands“, sagt Michael Jakobs, Geschäftsführer der Lübbenauer Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS), die das Bad „Spreewelten“ im Auftrag der Stadt seit dem vergangenen Jahr betreibt. „Sie werden natürlich bei uns artgerecht gehalten.“ Das garantiere ein ausgebildeter Pfleger, der sich ausschließlich um die Tiere kümmert. „Ein bisschen haben wir uns schon von der Euphorie um den Eisbären Knut inspirieren lassen“, gibt Jakobs zu: „Vor allem Familien und Schulklassen sollen sich amüsieren und auch etwas lernen.“

Fünf Millionen Euro lässt sich die Lübbenauer Wohnungsbaugesellschaft den Umbau des Bades kosten. Nur etwa ein Zehntel davon kosten die Pinguine. Mit dem großen Rest steigt unter anderem die Zahl der Saunen von 10 auf 14. Außerdem entstehen ein Salzstollen und ein orientalisches Rasulbad. „Zur Eröffnung vor zehn Jahren brauchte sich das Bad keine Sorgen zu machen“, erinnert sich Geschäftsführer Jakobs. „Da strömten die Gäste vor allem aus Berlin zu uns. Inzwischen aber stehen zahlreiche andere Bäder zur Auswahl.“ Im näheren Umkreis entstanden die Spreewaldtherme Burg, die Saunatherme in Ludwigsfelde, „Tropical Islands“, das Seeschlösschen Senftenberg, das „Wonnemar“ in Bad Liebenwerda, die Therme in Bad Saarow, Saunadörfer in Wendisch-Rietz und Leuthen und zuletzt die „Lagune“ in Cottbus.

Auch anderswo entstehen durch die Konkurrenz neue Ideen. „Wer aufhört zu schwimmen, geht unter“, begründet der Fürstenwalder Bürgermeister Manfred Reim die vier Millionen Euro teuren Umbauten in den nächsten zwei bis drei Jahren im Spaßbad „Schwapp“. Das Geld wird in eine russische Sauna, ein Außenschwimmbecken, die Erweiterung des Fitnessstudios und eine Piratenburg gesteckt. Im Vorjahr musste die Stadt im Schnitt jede Eintrittskarte mit drei Euro bezuschussen, um den Verlust von fast einer Million Euro auszugleichen.

Mehrere Badbetreiber müssen aber auch wegen Baumängeln tief in die Tasche greifen. Und trotz der hohen Dichte an Bädern und Wellnessanlagen entstehen weitere Wohlfühloasen. In Alt-Madlitz auf der halben Strecke zwischen Berlin und Frankfurt eröffnet der Düsseldorfer Architekt Walter Brune im September ein großes Medical-Wellness-Center mit zwei Hotels und Ferienhäusern und in Rheinsberg und Bernau träumen die Stadtväter nach wie von einem Thermal- beziehungsweise Schwimmbad.

Auskünfte zu allen Angeboten erteilt die Tourismus Marketing Brandenburg GmbH unter Tel. 0331/200 47 47 und unter www.brandenburg-entspannt.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar