Sonntagsfrage : Linke: Wir bleiben "dauerhaft zweistellig"

In der Wählergunst legt die Linke weiter zu. Deren Parlamentarischer Geschäftsführer Ulrich Maurer sieht dies als Zeichen, dass die Partei sich auf zweistelligem Niveau konsolidiert.

Amir El-Ghussein

Hamburg Die Linke schwimmt derzeit in ganz Deutschland auf einer Welle des Erfolgs. Der Parlamentarische Geschäftsführer Ulrich Maurer warnte seine Parteikollegen nach den neuesten Umfragewerten, die die Linke bei 14 Prozent sehen, vor zu großer Euphorie. "Die Werte sind natürlich gut, allerdings ist das nur eine Momentaufnahme. Sie unterstreichen aber, dass wir dauerhaft zweistellig sein werden", sagte Maurer dem tagesspiegel.de. Insbesondere im Westen erfährt die Partei, die aus der PDS und der WASG hervorgegangen ist, regen Zulauf. Maurer betont, dass es im Westen viermal mehr neue Mitglieder anmelden wie im Westen. Deshalb plane die Linke eine strukturelle Ausdehnung in die alten Bundesländer. Ein flächendeckendes Netz von Kreisverbänden soll aufgebaut werden, um bundesweit voll kampagnenfähig zu sein.

Die Linke legt in der Wählergunst weiter zu. Nach  der wöchentlichen Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL gewinnt die Linke ein Prozentpunkt hinzu und liegt jetzt bei 14 Prozent. Das ist der höchste Wert seit der Bundestagswahl 2005. Die Union fällt in der Wählergunst um zwei Prozentpunkte auf 37 Prozent zurück. Die SPD verharrt auf 24 Prozent. FDP und Grüne erreichen wie in der Vorwoche je zehn Prozent.


Die Linke fischt beim SPD-Klientel

Linke-Parteichef Oskar Lafontaine stößt unterdessen mit seinen zentralen politischen Forderungen bei jedem zweiten SPD-Wähler auf Zustimmung, wie eine weitere Forsa-Umfrage für den "Stern" ergab. Demnach halten 40 Prozent der Bürger und 48 Prozent der SPD-Anhänger die Forderungen Lafontaines für richtig. Abgefragt wurde die Haltung zu den Forderungen nach einem Mindestlohn für alle, Bundeswehrabzug aus Afghanistan sowie Rücknahme von Hartz IV und der Rente mit 67.

27 Prozent der Deutschen und 30 Prozent der SPD-Wähler stimmen Lafontaine teilweise zu. Nur 30 Prozent der Bürger und 20 Prozent der SPD-Anhänger lehnen die Positionen des Linke-Parteichefs ab.

Für die Sonntagsfrage wurden vom Forsa-Institut 2503 Bundesbürger in der Zeit vom 25. bis 29. Juni befragt. Die Angaben zu den Lafontaine-Forderungen beruht auf der Befragung von 1001 Bürgern am 28. und 29. Juni. (mit ddp)