Der Tagesspiegel : Spekulationen um Zukunft des Dominikus-Krankenhauses

Rainer W. During

Reinickendorf - Der Besitzerwechsel des Dominikus-Krankenhauses führt zu Spekulationen über den Weiterverkauf von Teilflächen. Auf einem 10 000 Quadratmeter großen Areal werden schon die „Dominikus-Terrassen“ gebaut, gleich nebenan könnten nun in attraktiver Lage weitere Wohnbauprojekte entstehen.

Wie berichtet, will sich die in Arenberg bei Koblenz ansässige Cherubine-Willimann-Stiftung künftig auf ihre Immobilien in Nordrhein-Westfalen konzentrieren. Sie hat deshalb das im Ortsteil Hermsdorf gelegene Dominikus-Krankenhaus zum Jahreswechsel an die Caritas Krankenhilfe Berlin e.V., eine Tochtergesellschaft des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, verkauft.

Zuvor hatte die Stiftung bereits das Teilgrundstück zum Bau der „Dominikus-Terrassen“ veräußert. Es sei nicht Bestandteil des Krankenhauses gewesen, sagt der Stiftungsratsvorsitzende Bernhard Grunau. Das Gelände habe der Kranken- und Pflegeanstalt Arenberg GmbH gehört, bei der er als Geschäftsführer fungiert. Im Besitz dieser GmbH befindet sich ein weiteres Grundstück mit dem bereits instandgesetzten Klausurgebäude der im Krankenhaus tätigen Ordensschwestern sowie einem sanierungsbedürftigen Wohnheim für Pflegepersonal.

„Die Zukunft der Klausur ist nicht in Frage gestellt“, sagt Grunau. Offen sei, was mit dem Schwesternhaus geschieht. „Naheliegend“ wäre, es an den neuen Krankenhausbetreiber zu verkaufen. Mit der Caritas wird gesprochen, Entscheidungen gibt es noch nicht. Sollte die Stiftung auf dem maroden Bau sitzen bleiben, hat sie, so Gronau, „noch keine Rezepte“ für eine „aussichtsreiche Nutzung“.

Eine weitere Fläche, das Gärtnereigrundstück, ist mit dem Krankenhaus an die Caritas verkauft worden. Über dessen Zukunft hat sich der Geschäftsführende Vorstand der Caritas Krankenhilfe Berlin, Helmut Vollmar, „noch keine Gedanken gemacht“. Fest steht für ihn nur, „dass wir kein Grundstück verkaufen, das wir später selbst brauchen könnten“.

Bei der Münchner Concept Bau Premier GmbH, von der die Dominikus-Terrassen entwickelt werden, ist man nicht am Zukauf weiterer Flächen interessiert. Die Vermarktung der hier entstehenden 35 Doppel- und Reihenhäuser hat gerade begonnen und soll bis 2012 laufen. Erst dann könne man über eine Erweiterung nachdenken, hieß es bei der Leitung. Doch sei es unüblich, an einem Standort ein zweites Grundstück zu erwerben.

„Für mich ist wichtig, dass das medizinische Angebot wie bisher erhalten bleibt“, sagt Reinickendorfs Gesundheitsstadtrat Andreas Höhne (SPD). Helmut Vollmar betont, dass es keine Einschränkungen geben wird. Bereits bei Bekanntgabe des Verkaufs im Oktober hatte er erklärt, alles daranzusetzen, um die rund 500 Arbeitsplätze im Krankenhaus zu erhalten. Nach Informationen von Stadtrat Höhne soll sogar eine Erhöhung der Planbettenzahl beantragt werden. Rainer W. During

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben