Der Tagesspiegel : Spendenkonto für Ermyas M. eingerichtet

25 Polizisten suchen nach den Tätern

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Potsdam - Nach dem offenbar rassistisch motivierten Angriff hat sich der Zustand von Ermyas M. nicht verändert. Wie eine Kliniksprecherin sagte, befindet sich der aus Äthiopien stammende 37-jährige Potsdamer weiterhin im künstlichen Koma. Nach der Veröffentlichung des Mailbox-Mitschnitts im Internet (www.internetwache.de), auf dem die Stimmen der mutmaßlichen Täter zu hören sind, gingen bislang mehr als 50 Hinweise ein. Eine konkrete Spur gebe es aber noch nicht, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwalts. Um den Fahndungsdruck zu erhöhen, hat die Polizei ihre Sonderkommission „Charlottenhof“ von 12 auf 25 Beamte aufgestockt.

Wie berichtet, hatte der Ingenieur, kurz bevor er am Sonntag früh zusammengeschlagen wurde, seine Frau per Handy angerufen. Da das Gerät eingeschaltet blieb, wurden die Stimmen auf der Mailbox aufgezeichnet. Der Mitschnitt ist auch unter der Telefonnummer 0331-28353777 zu hören. Für entscheidende Hinweise auf die Täter sind 15 000 Euro Belohnung ausgesetzt worden. Staatsanwaltschaft und Innenministerium haben zusammen 10 000 Euro ausgelobt. Hans-Olaf Henkel, der frühere Präsident der Leibniz-Gesellschaft, in deren Potsdamer Institut für Agrartechnik Ermyas M. arbeitet, hat die Summe um 5000 Euro aufgestockt.

Der gemeinnützige Verein „Brandenburg gegen Rechts!“ hat ein Spendenkonto eingerichtet. Die Gelder kämen unmittelbar Ermyas M. und seiner Familie zugute, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Lars Krumrey. Die Aktion sei mit der Familie des 37-Jährigen abgesprochen. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte, mit dem Geld könne die Familie unterstützt werden, die absehbar hohen Kosten unter anderem für Krankenhaus und Rechtsbeistand zu tragen. Das Konto wurde bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse eingerichtet. Die Kontonummer lautet 350 201 79 55 (BLZ 160 500 00). Kontoinhaber ist „Brandenburg gegen Rechts! e.V.“. Spender sollten das Stichwort „Löwenherz“ angeben.tabu/ddp

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