Der Tagesspiegel : Spieglein, Spieglein an der Wand... Mehr Mut zum Reinschauen: Spiegel setzen nicht nur in Flur oder Bad Akzente

Elfi Kreis

Spiegel waren schon immer praktische Wohnaccessoires. Sie schaffen Tiefe, vergrößern optisch die Wohnung, bieten reizvolle Reflexe. Früher hatte der Spiegel auch mit schwerem Goldrahmen in den Wohnräumen Platz. Heute kommt er in der Regel im Flur und im Bad zum Einsatz und zeigt uns dort, was wir von uns zu halten haben. Ein Moment der Wahrheit. Doch inzwischen gibt es auf dem Markt eine Vielzahl von Modellen, die nicht nur praktischen Zwecken dienen, sondern auch in anderen Räumen einen attraktiven Blickfang abgeben. Ein schöner, alter Spiegel in mehr oder weniger opulentem Rahmen kann als Antiquität auch im modernen Ambiente einen überaus attraktiven Akzent setzen.

Beim Neukauf hingegen sind derzeit vor allem Spiegel gefragt, die ohne Schnörkel und verspielten Schnickschnack auskommen und mit ihrem zeitgemäßen Design perfekt zum eher sachlich schlichten Einrichtungsstil von heute passen. Klare, minimalistische, reduzierte Spiegelformen ergänzen aktuelle Möbeleinrichtungen blendend. Holz mit Metall wie Aluminium, verchromtem oder matt gebürstetem Stahl zu kombinieren, ist bei Möbelkollektionen vielfach en vogue. Spiegel in Metallrahmen mit entsprechender Optik greifen diesen Trend auf. Es gibt sie inzwischen in zahlreichen Variationen nicht nur in Läden für Wohnaccessoires und den entsprechenden Abteilungen des Möbelfachhandels, sondern auch in Kauf- und Versandhäusern sowie Internetshops. Spiegel, die eine klare Linie zeigen und dabei mit pfiffigen und originellen Ideen aus dem Rahmen des Herkömmlichen fallen, sind schon schwieriger und nicht überall zu finden.

Fündig wird man bei Ligne Roset. Das Modell „Les Trois Terres“ ist ein Spiegel mit integrierter Ablage aus transparentem Glas. Wobei die Ablagenfläche keineswegs unter den Spiegel montiert ist, sondern wie aus einem Guss eine Einheit mit ihm bildet.

Der Pfiff des quadratischen Spiegels namens „Mirabella“ ist ein kleiner, runder Drehspiegel in seiner Mitte. Bei „Miroir“ ist eine mundgeblasene Glasvase in den Wandspiegel eingearbeitet. Das Besondere am Design von „R.A.S“ ist ein transparenter Glasstreifen am oberen Rand, der die quadratische Spiegelfläche zum Rechteck verlängert.

Der optisch springende Punkt, der in diesem Bereich den aparten Akzent setzt, ist die sichtbare Alubefestigung. Sie sieht auf der Schauseite aus wie eine Schraubenmutter. Den Wandspiegel „R.A.S“ gibt es auch mit Konsole, auf Wunsch ist er mit einer zusätzlichen Ablage in heller oder dunkler Eiche lieferbar.

Bei den Standspiegeln sorgt „Psyche“mit dezenter, indirekter Beleuchtung auf alufarbenem Sockel für gutes Aussehen und macht im Raum eine schlanke, leichte Figur. Zu den Neuheiten bei Hülsta gehört der Spiegel aus dem Wohnprogramm „Tameta“ in einem starken, kantigen Holzrahmen. Er ist in zwei Größen als an die Wand gelehnter Standspiegel oder kleinerer Wandspiegel erhältlich.

„Skylab“ des Düsseldorfer Herstellers D-Tec ist ein verstellbares Spiegelsystem aus drei nebeneinander gereihten Spiegelquadraten. „Skylab2“ kommt ebenso beweglich mit drei runden Spiegeln daher. Bei „Skylab3“ reihen sich drei flexible Spiegelquadrate untereinander auf Sicherheitsglas.

Mit schräger Asymmetrie tanzt „Baikal“ aus der Reihe des Herkömmlichen. Drei Mal drei drehbare Spiegelquadrate bilden ein rahmenloses, wohl geordnetes Ensemble, das sich im Handumdrehen aber auch in kecke Schieflage bringen und Spiegelscheibe um Spiegelscheibe hochkant stellen lässt. „Baikal mini“ ist dazu der kleine Bruder mit vier Spiegelelementen.

Eine wohl gerundete, 160 Zentimeter hohe Spiegelwelle zeichnet die 20 Zentimeter schlanke, senkrechte Schlangenlinie von „Krabb“ an die Wand (Ikea). Nicht jeder Spiegel braucht eine eigene Beleuchtung. Wo sie benötigt oder gewünscht wird, darf das Licht nicht blenden. Die Lichtquellen werden am besten rechts und links vom Spiegel angebracht.

Dadurch erzielt man eine gleichmäßige, schattenfreie Ausleuchtung des Spiegelbilds. Um das Gesicht in seinen natürlichen Hauttönen wiederzugeben, sind normale Glühlampen zwischen 120 bis maximal 200 Watt ideal. Mit Leuchten aus Opalglas am Spiegel bekommt man ein weiches Licht. Je größer der Lampenschirm im Verhältnis zur Leistung der Lampe gewählt wird, desto weicher fällt das Licht aus.

Für den Spiegel „Looking Glass“ aus der Badserie „Meta Plasma“ des Armaturenherstellers Dornbracht ist eine seitliche Spiegelleuchte überflüssig, er besitzt nämlich selbst leuchtende Kanten in kräftigen Farben.

Das Geheimnis ist ein spezielles Plexiglas namens „Lisa“, das eine ganz besondere Materialeigenschaft mitbringt: Es sammelt auftreffendes Licht, das es an den Schnittflächen wieder ausstrahlt. Deshalb leuchten die Kanten je nach auftreffender Lichtstärke mehr oder weniger intensiv. Es gibt den Spiegel in den beiden Farben Orange („hot“) sowie Dunkelblau („cool“).

Zur Produktserie gehören neben farbigen Armaturen auch transparente und mehrfarbige Kleinmöbel, Konsolen, Leuchten in Kombination von bis zu drei knalligen Farben: „hot“ in Orange, Gelb und Grün sowie „cool“ in Dunkel- und Hellblau plus Grün.

Das farbenfrohe Konzept passt nicht nur ins Badezimmer. Es lässt sich auch in anderen Räumen einsetzen. Das Design hat auch dem Design Zentrum NordrheinWestfalen eingeleuchtet. Es zeichnete „meta plasma“ im vergangenen Jahr mit dem begehrten „reddot award“ aus.

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