0:1 gegen den FC Augsburg : VfB Stuttgart bleibt Tabellenletzter

Durch einen umstrittenen Handelfmeter verliert der VfB Stuttgart 0:1 gegen den FC Augsburg - und beschwert sich über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer.

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VfB-Torwart Sven Ulreich wurde per Strafstoß bezwungen.
VfB-Torwart Sven Ulreich wurde per Strafstoß bezwungen.Foto: dpa

Armin Veh wirkte ratlos, was nach der 0:1 (0:0)-Niederlage des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg mehrere Gründe hatte. Über einen sprach Veh ausgiebig, über die anderen schwieg er – zu tief saß der Frust, den der Mann hervorgerufen hatte, den nicht nur Veh zum Buhmann des Spiels machte. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, der in der 28. Minute Gelb-Rot gegen Daniel Schwaab zog und in der 72. Minute einen Handelfmeter für Augsburg pfiff. Viel bedenklicher allerdings war, wie die Stuttgarter auf die Krisenmomente in diesem Spiel reagierten: nämlich hilflos.


Als Paul Verhaegh den Elfmeter ins Tor schoss, war diese Führung nicht unverdient. Raul Bobadilla hatte von rechts geflankt, der Ball sprang Adam Hlousek an die Hand, der Stuttgarter stoppte damit den Ball und verhinderte die Flanke. Absicht war ihm allerdings keine zu unterstellen. Die Diskussion um Sinn und Unsinn der Handspielregel und deren Auslegung wird durch diese letztlich spielentscheidende Szene wieder einmal neue Nahrung bekommen. Ein Verteidiger kann schwerlich mit eng an seinen Körper angelegten Armen vor einem Stürmer stehen. Kinhöfer pfiff, was regelkonform war, denn Hlousek nahm – freiwillig oder nicht– direkt Einfluss auf die Flugbahn des Balles.

„Das war ein klarer Elfmeter. Er vergrößert seine Körperfläche“, sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter. „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, den Abstand nach unten zu vergrößern.“ Augsburg kletterte auf Rang sechs, der VfB droht als Tabellenletzter bereits den Anschluss zu verlieren.


Kinhöfer hätte in der 28. Minute nach dem Foul von Daniel Schwaab gegen Halil Altintop an der Mittellinie auch nur eine ernste Ermahnung aussprechen können. Er zeigte jedoch Gelb. Das fatale aus Sicht des VfB war, dass Schwaab sechs Minuten zuvor Bodadilla von hinten in die Beine getreten und dafür bereits Gelb gesehen hatte. Ab Minute 28 jedenfalls musste der VfB mit zehn Mann auskommen, reagierte auf diese neue Situation mit großer Verunsicherung und musste sich am Ende mit 0:1 geschlagen geben.

Den Stuttgartern steht unruhige Zeiten ins Haus, selbst Veh, der Meistertrainer von 2007, gerät in Bedrängnis. Und keiner weiß, was passiert, wenn der VfB am Freitag in Freiburg die nächste Pleite kassiert. Veh war entsprechend verärgert und schimpfte über beide maßgebliche Entscheidungen Kinhöfers. Die zweite Gelbe Karte für Schwaab hielt Veh für „zu hart“ und beim Elfmeter sah er „eine normale Handbewegung“. Das Resümee des VfB-Trainers: „Bitterer als heute kann man ein Spiel nicht verlieren.“

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