0:1 gegen Köln : Der HSV verliert sich

Der Hamburger SV rutscht nach dem 0:1 gegen den 1. FC Köln in der Tabelle aus den Europapokal-Plätzen.

Erik Eggers

Hamburg - Ivica Olic gab sein letztes Hemd, auch im Wortsinn. Als der kroatische Stürmer sein letztes Heimspiel für den Hamburger SV absolviert hatte, schritt er auf die Tribüne zu, zog sein verschwitztes und verschmutztes Trikot aus und warf es mit letzter Kraft ins Publikum. Die Zuschauer, die im Stadion verblieben waren, feierten den nimmermüden Angreifer, der im Sommer zu Bayern München wechselt. Der Rest der Hamburger Mannschaft aber kassierte gellende Pfiffe nach der 0:1 (0:1)-Niederlage vor 57 000 Fans gegen den 1. FC Köln, Torschütze war Fabrice Ehret bereits in der neunten Minute. Nach den verlorenen Halbfinals im DFB-Pokal und im Uefa-Cup droht dem HSV nun sogar der Verlust eines Europapokalplatzes: Im letzten Auswärtsspiel muss Hamburg nun in Frankfurt punkten und auf einen Ausrutscher der punktgleichen, aber im Torverhältnis führenden Dortmunder in Gladbach hoffen. „Man kann nicht sagen, dass wir nicht die Mentalität hatten“, sagte HSV-Coach Martin Jol mit dunkler Miene. „Aber vielleicht waren wir einfach nicht gut genug.“

Waren es die vielen englischen Wochen, die die HSV-Profis zu bestreiten hatten? „Es fehlte dem HSV vielleicht ein wenig Esprit nach all den Belastungen“, sagte Kölns Trainer Christoph Daum, „aber wir haben auch aus unseren Möglichkeiten das Maximale herausgeholt.“ Was auch der Grund war: Es legte sich eine seltsame Lethargie auf das HSV-Spiel. Nicht eine gute Chance erspielte sich das Team während der ersten Halbzeit, konstruktiver Aufbau fand schlichtweg nicht statt. Freistöße und Ecken schlugen Dennis Aogo oder Albert Streit ins Leere. „Wir haben 30 Flanken geschlagen, aber es kam kaum eine an“, kritisierte Jol. Der FC kontrollierte das Geschehen und schlug zu: Nach einem langen Abschlag von Torwart Thomas Kessler setzte sich Ehret gegen den wenig aufmerksamen Collin Benjamin durch und traf zur Kölner Führung.

Jol reagierte auf das Vakuum im Aufbau und brachte zur zweiten Hälfte Piotr Trochowski für Thimothee Atouba und eine Viertelstunde später Jonathan Pitroipa für den schwachen Streit. An der Harmlosigkeit des Gastgebers änderte das nichts. Benjamins Kopfball aus aussichtsreicher Position, die beste HSV-Chance des Spiels, verfehlte das Tor weit. Trochowski versuchte sich erfolglos mit zwei Fernschüssen. Dem HSV wollte nichts gelingen an diesem Tag. Erik Eggers

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben