Sport : 0:1 in Sofia – Bayer-Krise auch mit Völler

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Sofia Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird bei Bayer Leverkusen immer größer. „Wir sind ein attraktiver Verein“, behauptete Interimstrainer Rudi Völler am Donnerstagnachmittag nach dem Spiel in Sofia fast trotzig. Doch die Realität sieht nach dem Ausscheiden im Uefa-Pokal anders aus. Aus dem Champions-League-Finalisten von 2002 ist ein mittelmäßiges Team geworden, das neben dem finanziellen Schaden auch einen herben Imageverlust hinnehmen muss.

Den Spielern war es spätestens in der Abflughalle des Flughafens von Sofia schmerzhaft bewusst: Bayer spielt im internationalen Fußball keine Rolle mehr. Die 0:1-Niederlagen gegen Bulgariens Meister ZSKA Sofia machen die Konsequenzen aus dem durch Sparzwang entstandenen Verlust an Leistungsträgern wie Michael Ballack, Lucio, Zé Roberto, Diego Placente oder Emerson deutlich. „Es ist bitter, das hatten wir uns anders vorgestellt“, sagte Völler nach der harmlosen Vorstellung seiner Elf.

Mittelfristig will Wolfgang Holzhäuser mit dem neuen Trainer „ein Spitzenteam aufbauen“. Doch wie der Leverkusener Geschäftsführer das angesichts finanzieller Engpässe schaffen will, ist sein Geheimnis. Schon die Verpflichtung des Nachfolgers von Klaus Augenthaler ist ein schwieriger Vorgang, der durch das Ausscheiden aus dem Uefa-Pokal nicht gerade leichter wird. Auch Meinolf Sprink, Sportbeauftragter von Großsponsor Bayer, dürfte angesichts von 25 Millionen Euro Jahres-Investition in die Fußball-GmbH besorgt sein: Den Gegenwert erbringen die Fußballer zurzeit nicht. Und die Krisenbetreuer Holzhäuser und Völler scheinen überfordert. Zumindest sportlich gelobt das Team vor dem Samstagsspiel gegen Arminia Bielefeld Besserung. „Jetzt müssen wir in der Bundesliga richtig Gas geben“, sagte Kapitän Carsten Ramelow. „Damit wir in der Bundesliga nicht auch noch absacken.“ dpa

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