0:2 gegen Paderborn : Union endgültig bedient

Zu den spielerischen Mängeln kam das Pech: Der 1. FC Union Berlin hat das Duell der Tabellennachbarn in der 2. Bundesliga gegen den SC Paderborn mit 0:2 verloren.

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Unions Chinedu Ede (M.) im Zweikampf mit dem Paderborner Jens Wemmer. Foto: dpa
Unions Chinedu Ede (M.) im Zweikampf mit dem Paderborner Jens Wemmer.Foto: dpa

Die Zuschauer hatten genug gesehen. Als die Mannschaft des 1. FC Union zur Halbzeitpause in die Kabine schlich, gaben sie ihr deshalb noch eine kleine Botschaft mit auf den Weg. „Aufwachen, aufwachen“ schmetterte es den Spielern des Berliner Fußball-Zweitligisten entgegen. Viel zu lethargisch und einfallslos hatten sie für das Empfinden der Anhänger sie bis dahin gegen den SC Paderborn gespielt. Zwar verstand Union seine Fans und bemühte in den zweiten 45 Minuten mehr, doch letztlich unterlagen sie den Gästen 0:2 (0:1) und mussten den Tabellennachbarn damit an sich vorbei ziehen lassen.

Wirklich erstaunen durfte es nicht, dass die Köpenicker des Öfteren überfordert wirkten. Immerhin war es nicht mehr als eine bessere Notelf, die Unions Trainer Uwe Neuhaus gegen Paderborn ins Rennen schickte. Für Ahmed Madouni, Dominic Peitz und Patrick Kohlmann kam ein Einsatz am Sonntagnachmittag aufgrund von Verletzungen noch zu früh, Bernd Rauw war gesperrt. Und von den elf Akteuren auf dem Platz schleppten sich mindestens drei noch mehr oder minder geschwächt über den Rasen am Stadion An der Alten Försterei.

Dass die Mittel der Unioner begrenzt waren, konnten sie kaum verstecken. Viel zu fahrlässig und uninspiriert starteten sie in die Begegnung. Der Gegner freundete sich mit dieser Herangehensweise schnell an – und schaffte es so auf raschem Weg immer wieder vor das Tor der Köpenicker. In der 23. Minute überraschte Enis Alushi Marcel Höttecke, der nach fünf Spielen verletzungsbedingter Pause wieder zwischen den Pfosten bei Union stand, mit einem Freistoß, den der Torwart jedoch parierte. Zweimal blieb Höttecke danach binnen kurzer Zeit noch Sieger im privaten Duell gegen Alushi, erst als sich Paderborns Mittelfeldspieler ein drittes Mal einmischte, war der Unioner Torhüter geschlagen. Nach einer Ecke Alushis köpfte Sören Brandy über den Keeper hinweg zur 1:0-Führung für die Gäste ein.

Die Gastgeber wirkten vor 11.870 Zuschauern daraufhin wie benommen – zeitweise bewegten sie sich sogar mehr rutschend als spielend mehr über das arg ramponierte Spielfeld. Mehr als zwei ernstzunehmende Chancen erarbeiteten sie sich so in der ersten Hälfte nicht. Die beste Gelegenheit vergab noch Macchambes Younga-Mouhani nach einem Freistoß von Torsten Mattuschka.

Zu den spielerischen Mängeln gesellte sich aufseiten der Unioner dann auch noch das mittlerweile bekannte Pech. Nach all den m bis schweren Krankheiten musste in der Pause auch noch Michael Parensen angeschlagen ausgewechselt werden. Für ihn kam Björn Brunnemann, und mit ihm sollte sich seine Mannschaft tatsächlich mehr zutrauen. Eine Möglichkeit nach der anderen erkämpfte sie sich nun, allein am Abschluss haperte es – auch, weil sich Daniel Masuch langsam wach gespielt hatte. So scheiterte Chinedu Ede mit einem Schuss aus Nahdistanz in der 48. Minute am Paderborner Torhüter.

An dem Eindruck, den das Team von Neuhaus hinterließ, änderte das aber nur wenig. Wie ausgewechselt trat Union auf. Doch mitten in die Köpenicker Drangphase kam dann auf einmal Rolf-Christel Guié-Mien, der in der 57. alle Bestrebungen der Gastgeber mit einem Kopfball zum 2:0 zunichte machte. Auch ein Doppelwechsel vier Minuten später half den Gastgebern nicht mehr. Der 1. FC Union war endgültig bedient - und sein Anhang erst recht.

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