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0:3 beim FC St. Pauli : Union jetzt gemeinsam mit Erzgebirge Aue auf Platz 16

Der 1. FC Union verliert beim FC St. Pauli deutlich mit 0:3 und ist nach nur einem Sieg aus neun Spielen nun punkt - und torgleich mit Erzgebirge Aue auf Platz 16.

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Die Spieler des FC St. Pauli bejubeln das 1:0 vom Elfmeterpunkt.
Die Spieler des FC St. Pauli bejubeln das 1:0 vom Elfmeterpunkt.Foto: dpa

Norbert Düwel hielt lieber Abstand. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin blieb nach der 0:3 (0:1)-Niederlage beim FC St. Pauli gemeinsam mit Torwarttrainer Holger Bahra rund 40 Meter vor dem Gästeblock mit den mitgereisten Berliner Anhängern stehen. Vor dort schalten deutlich vernehmbar „Düwel-raus“-Rufe in Richtig Spielfeld. Allerdings beteiligten sich bei weiten nicht alle Union-Fans nach dem Absturz auf Abstiegsrang 16 an dieser verbalen Kritik. Manche pfiffen wohl auch wegen der Rufe gegen den Übungsleiter aus den eigenen Reihen.

Fakt ist jedoch, dass sich die Krise beim 1. FC Union zuspitzt. Auch Verteidiger Fabian Schönheim bekam die Sprechchöre gegen Düwel sehr wohl mit. „Aber der Trainer steht nicht auf dem Platz. Wir müssen das umsetzen, aber wenn wir das nicht gebacken kriegen, liegt das an uns“, meinte Schönheim. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Da hilft es auch nicht, am Trainer zu rütteln. Wir sind die, die auf dem Platz stehen. Alles andere zählt nicht.“  

Der 1. FC Union stand zunächst recht gut

Im mit 29.063 Zuschauern ausverkauften Millerntor-Stadion stand Union trotz einiger Umstellungen zunächst recht gut. Düwel hatte im Vergleich zum 1:1 gegen Darmstadt 98 Verteidiger Christopher Trimmel, Mittelfeldakteur Benjamin Köhler und Angreifer Sören Brandy zunächst auf die Bank gesetzt. Dafür durften Michael Parensen, Baris Özbek und Christopher Quiring in einem 3-4-2-1-System von Beginn an auflaufen. „Bei Sören Brandy war es letzte Woche schon mal Thema, ihn draußen zu lassen. Er hatte sehr viele Spiele ohne Vorbereitung. Er ist körperlich am Anschlag“, begründete Düwel diese Maßnahme. „Bei Christopher Trimmel hatten wir das Gefühl, dass seine Leistung in den letzten beiden Partien nicht so war, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Union hätte durch einen Fernschuss von Damir Kreilach (2.) sogar in Führung gehen können. Doch nach 22 Minuten waren die taktische Grundordnung und ein Großteil der Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg der Saison dahin. Mittelfeldmann Björn Jopek hatte erst einen Ball verloren und beim Versuch, ihn zurück zu erkämpfen, Ante Budimir elfmeterreif gefoult. Zum Entsetzen der Berliner wurde Jopek von Schiedsrichter Guido Winkmann auch noch vom Platz gestellt. Jopek ging duschen und verfolgte zumindest das Ende der ersten Halbzeit frustriert im Innenraum vor einem Block der St.-Pauli-Fans.

Norbert Düwel: "Mit Elfmeter und Roter Karte sehr hart bestraft worden"

„Dann war es natürlich ein schwerer Gang. Dass es ein Elfmeter war, ist keine Frage. Die Situation, die dazu geführt hat, war nicht optimal. Mit Elfmeter und Roter Karte ist es sehr hart bestraft worden. Es war nicht notwendig, eine Rote Karte zu geben“, meinte Düwel zur 1:0-Führung der Hamburger durch Christopher Nöthe in der 23. Minute. „Wir haben dann ein bisschen umgestellt und ein bisschen tiefer verteidigt, was wir ursprünglich nicht wollten. Mit dem Platzverweis war das erledigt. Defensiv haben wir es relativ ordentlich gemacht. Es ist auch schwierig mit Zehn Mann, gewaltig nach vorn zu kommen.“ 

Gegen Darmstadt hatte Union insgesamt drei Mal aufs gegnerische Gehäuse geschossen, gegen die Hamburger sollte es am Ende vier Versuche sein. Doch vor allem bei einem Freistoß von Damir Kreilach (27.) und einem Distanzschuss des eingewechselten Brandy (78.) fehlte das nötige Glück. Zudem hätte der Referee in Hälfte eins bei einem Foul an Christopher Quiring auch den St.-Paulianer Lasse Sobiech vom Platz stellen können.

Im zweiten Durchgang nahm das Unheil für die Köpenicker seinen Lauf. Die überlegenen Hamburger kamen durch Marc Rzatkowski (73.) und John Verhoek (88.) noch zu zwei weiteren Treffern. Die Union-Ultras bekamen das schon nicht mehr mit. Aus Solidarität mit vor dem Stadion stehenden Stadionverbotlern, die angegriffen worden sein sollen, hatten sie den Block verlassen und ihre Zaunfahnen mitgenommen.    

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