0:3 gegen Serbien : Volleyballer scheiden aus

Die letzte Hoffnung der deutschen Volleyballer auf den Einzug ins olympische Viertelfinale ist geplatzt.

Noch ein Abschiedsfoto mit den eifrigen Olympia-Helfern, dann war die Ära des Volleyball-Bundestrainers Stelian Moculescu vorbei. Gelöst und mit ein wenig Trennungsschmerz verließ der 58-Jährige ein letztes Mal die Seitenlinie, nachdem sein Team bei der 0:3 (22:25,21:25,23:25)-Lehrstunde gegen Brasilien am Montag auch die Minimal-Hoffnung auf den angestrebten Einzug ins olympische Viertelfinale eingebüßt hatte. „Ich hatte einen schönen Abschluss. Mehr kann ich mir nicht wünschen“, sagte der gebürtige Rumäne, der in Peking nach neun Jahren seine zweite Amtszeit beendete.

„Es waren sehr harte Jahre, die mich sehr viel Substanz gekostet haben“, gestand Moculescu, der nach der erwarteten Niederlage gegen Seriensieger Brasilien seinen Trainer-Kollegen Bernardinho lange umarmt hatte. „Alle Gefühle, die man haben kann, wenn etwas zu Ende geht, die habe ich“, verriet der Coach, der sich künftig ganz auf seine Aufgabe beim deutschen Serienmeister VfB Friedrichshafen konzentrieren will. „Er hat die Mannschaft geprägt, er hat uns nach vorn gebracht“, sagte Nationalspieler Stefan Hübner.

Seine Schützlinge hatten Moculescu zum Abschied mit der ersten Olympia-Teilnahme seit 36 Jahren beschenkt, doch auf der größten Bühne des Sports wurden die noch vorhandenen Schwächen des Teams gnadenlos offenbart. „Wir hatten gute und schlechte Momente. Man hat gesehen, dass uns in vielen Momenten die Coolness und Erfahrung fehlte“, bilanzierte Kapitän Björn Andrae.

"Wir haben uns alle mehr erhofft"

Eben dies zeigte sich auch im abschließenden Auftritt gegen den Athen-Olympiasieger Brasilien. „Es war gar nicht schlecht, aber sie haben eben alle Big Points gemacht“, erklärte Jochen Schöps die Niederlage gegen den Weltranglisten-Ersten vor 3400 Zuschauern in der Sporthalle des Technischen Instituts. „Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen, um mal zu sehen, was geht“, meinte der 24-Jährige.

Viel ging nicht. Der Auftakt-Niederlage gegen Polen, als die deutsche Auswahl noch beeindruckt vom Abenteuer Olympia unterging,
folgten das hauchdünne 2:3 gegen Gold-Anwärter Russland und der Pflichtsieg gegen Afrikameister Ägypten. Die zwei Chancen aufs Viertelfinale vergaben Moculescus Mannen dann mit den Pleiten gegen Serbien und Brasilien. „Wir haben uns alle mehr erhofft“, räumte Italien-Legionär Hübner ein.

Als Olympia-Neunter tritt die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands die Heimreise in eine noch ungewisse Zukunft an. Die Nachfolge des Bundestrainers ist ungeklärt. Von dieser Personalie wird auch abhängen, wie viele der auf Moculescu eingeschworenen Nationalspieler ihre Karriere im DVV-Team fortsetzen. Der scheidende Coach indes hat mit dem Kapitel Nationalmannschaft endgültig abgeschlossen. „Ich habe ein bestelltes Haus hinterlassen. Was daraus wird, weiß ich nicht.“ (dpa)

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