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0:3 in Aalen : Beim 1. FC Union geht's weiter bergab

Union Berlin verliert 0:3 beim VfR Aalen und ist in der Zweitliga-Tabelle nun nur noch Elfter. Präsident Dirk Zingler sucht derweil weiter nach einem Trainer. "Alles was in Deutschland Rang und Namen hat, hat sich bei uns beworben", sagt er.

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Immerhin Unions Fans machten eine gute Figur in Aalen.
Immerhin Unions Fans machten eine gute Figur in Aalen.Foto: Imago

Uwe Neuhaus war nicht in feierlicher Stimmung, im Gegenteil. Nach seinem vorletzten Spiel als Trainer des Zweitligisten 1. FC Union beim VfR Aalen ließ er seinem Unmut freien Lauf. „Mir fehlen schon die Worte, wie sich einige so gehen lassen können. Ich bin total enttäuscht“, sagte Neuhaus nach dem 0:3 (0:1). „Aber ich glaube, dass es nicht mehr viel Sinn macht, dass ich das in der Öffentlichkeit beurteile oder anspreche. Da müssen sich andere einen Kopf drüber machen.“
Seine Mannschaft zeigte in Aalen zwar zunächst zaghafte Leistungsbereitschaft, aber dann ergab sie sich bald in ihr Schicksal. Sie verlor mit dem gleichen Ergebnis wie in der Vorsaison in Aalen und blieb zum fünften Mal in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. Die Gastgeber zogen damit in der Tabelle vorbei, Union ist nun nur noch Elfter. Die frühe 1:0-Führung für die Aalener hatte Joel Pohjanpalo nach Vorarbeit von Robert Lechleiter erzielt. Pohjanpalo erzielt nach 68 Minuten auch den zweiten Treffer vor 7579 Zuschauern. Den 3:0-Endstand stellte Daniel Buballa her.

Union hatte bei Sonnenschein durchaus Möglichkeiten. Doch Patrick Kohlmann, Benjamin Köhler und Sören Brandy, der trotz seiner Risswunde aus der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern auflief, vergaben vor dem Pausenpfiff. Im zweiten Abschnitt machten es wiederum Brandy und Steven Skrzybski nicht besser.

Präsident Zingler wird Neuhaus' Nachfolger erst nach dem letzten Heimspiel bekanntgeben

Abgesehen vom Abrutschen in der Tabelle war vielen Fans das vorletzte Spiel von Uwe Neuhaus als Union-Trainer aber wohl gar nicht mehr so wichtig. Sie reisten vor allem wegen des „6. Exil-Unioner-Treffens“ für auswärtige Union-Anhänger in die schwäbische Alb. Beim einstündigen Frühschoppen mit Präsident Dirk Zingler plauderte der Vereinschef zumindest ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Zingler bestätigte nun auch offiziell, dass der Nachfolger von Trainer Uwe Neuhaus erst in den Tagen nach dem letzten Heimspiel gegen 1860 München bekanntgegeben werden soll. „Wir wollen Uwe Neuhaus nicht vom Hof jagen. Dieses Spiel wird noch mal sehr emotional“, sagte Zingler vor rund 150 Fans. Die Moderation hatten mit Rocco Schlichting und André Rolle zwei der vier Organisatoren des seit 2004 alle zwei Jahre durchgeführten Exil-Unioner-Treffens übernommen.

Union Berlin will weiter auf einen Sportdirektor verzichten

Bei der zweitägigen Zusammenkunft der Union-Familie in Aalen wirkte Zingler sehr entspannt hinsichtlich der Suche nach einem neuen Übungsleiter. „Jeden Tag treffen sehr viele Bewerbungen bei uns ein. Das bedeutet, dass Trainer sehr gern bei uns arbeiten würden. Alles was in Deutschland Rang und Namen hat, hat sich bei uns beworben“, sagte Zingler. „Ein Tick weit wird auch Bauchgefühl dabei sein. Wir haben Zeit.“ Man habe eine Vorauswahl getroffen, die aus etwa fünf Kandidaten bestehe.

Ein Fan fragte kritisch nach, warum Union auch in Zukunft keinen Sportdirektor installieren will. „Die sind meist schlechter qualifiziert als die Trainer. Dass sie teilweise ehemalige Spieler sind, ist mir als Qualifikation zu wenig“, meinte Zingler. „Sie gehören in Deutschland zu den unqualifiziertesten Personen im oberen Management. Das würde es in der freien Wirtschaft nicht geben. Das Modell existiert nur in Deutschland. Wir brauchen es nicht.“

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