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0:3-Niederlage bei Real Madrid : Borussia Dortmund taumelt im Bernabeu

Das war deutlich. Real Madrid zeigt einem ersatzgeschwächten Dortmunder Team die Grenzen auf und gewinnt das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League im Bernabeu-Stadion auch in der Höhe verdient mit 3:0.

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Isco bejubelt sein 2:0, Durm mag da gar nicht hinsehen.
Isco bejubelt sein 2:0, Durm mag da gar nicht hinsehen.

"Road to Lisbon" steht auf dem Tor, das die Uefa im Estadio Santiago Bernabeu aufgebaut hatte und das jeder Akteur auf dem Weg zum Spielfeld durchschreiten musste. Für Borussia Dortmund wird die Reise nach Lissabon, wo am 24. Mai das Finale der diesjährigen Champions League ausgetragen wird, voraussichtlich am kommenden Dienstag enden. Dann empfängt der BVB im Rückspiel des Viertelfinals Real Madrid und dürfte sich schwer tun, das gestrige Hinspiel vergessen zu machen. Der Vorjahresfinalist verlor bei Real vor 75.000 Zuschauern im Bernabéu-Stadion mit 0:3 (0:2) und benötigt im Heimspiel schon ein echtes Wunder, um den spanischen Rekordmeister wie im Vorjahr aus dem Wettbewerb zu werfen.

"Wir haben uns keine Situation geschaffen, um große Kampfansagen zu machen, aber wir werden trotzdem antreten", sagte Jürgen Klopp nach dem Spiel im ZDF. "Wir hätten hier mindestens ein Tor machen müssen, Konterchancen hatten wir genug. Wir mussten einfach cleverer spielen", meinte Nuri Sahin über leichtfertig vergebene Möglichkeiten. Torwart Roman Weidenfeller sagte: "Wir sind nicht selbstbewusst genug aufgetreten und haben es Real zu leicht gemacht."

Der BVB geriet von Beginn an mächtig unter Druck

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte angekündigt, seine Mannschaft gegen das Starensemble von Real keineswegs rein defensiv agieren zu lassen. Stattdessen sollte Klopps Mannschaft in Abwesenheit des gelbgesperrten Robert Lewandowski mit den schnellen Offensivkräften Aubameyang, Mchitarjan und Reus immer wieder für Gefahr sorgen. Also machte sich Aubameyang direkt nach dem Anpfiff auf den Weg und holte einen Eckball heraus. Es sollte auf längere Sicht das letzte Mal sein, dass sich die Dortmunder in der Nähe der gefährlichen Zone bewegten. Es spielte nur noch Real, die Gastgeber drückten ihren Gegner regelrecht an die Wand. Im Dortmunder Strafraum herrschte nun permanenter Großalarm, 7:0 Torschüsse und 70 Prozent Ballbesitz waren Ausdruck der frappierenden Überlegenheit von Madrid zu Beginn.

Vor Spielbeginn hatte Jürgen Klopp ein schönes Bild gefunden: Unter den besten acht Klubs Europas „sind wir das Aschenputtel, angesichts unserer Personalsituation und unseres Budgets“. Doch die Rolle des klaren Außenseiters im Kräftemessen mit der spanischen Königstochter habe auch Vorteile, wie Hans-Joachim Watzke erkannt hat: „Der Druck liegt eindeutig bei Madrid“, sagte Dortmunds Geschäftsführer und konnte diese Wahrheit auch begründen: „Wenn die ins Halbfinale kommen, ist es für den Verein der erwartete Normalfall, während für uns alles, was jetzt noch kommt, eine Zugabe ist.“ Und das sei für den BVB durchaus eine „komfortable Situation“.

In der zweiten Halbzeit kam Dortmund selbst zu Chancen

Komfortabel war aber rein gar nichts an den 90 Minuten, die die Borussia in Madrid erlebte. Dortmund taumelte und kam überhaupt nicht in die Zweikämpfe, während Real den Ball im Höchsttempo zirkulieren ließ. Bereits in der vierten Minute schlug sich das auch im Resultat nieder: Der weitgehend überforderte Erik Durm ließ sich von Benzema verladen, über Carvajal kam der Ball zu Gareth Bale, der zur Führung einschob. Auch danach blieb das Geschehen einseitig, Cristiano Ronaldo lieferte sich mit Roman Weidenfeller ein Privatduell, der BVB-Torhüter reagierte bei einem Weitschuss und zwei Freistößen prächtig.

Die Borussia konnte das Spiel ein wenig beruhigen, doch dann war auch Dortmunds Bester erneut geschlagen, als Isco den Ball in der 27. Minute nach einem kapitalen Fehlpass von Mchitarjan gekonnt in die lange Ecke schob. Real führte klar und ließ seinen Widersacher auch ein wenig am Spiel teilnehmen. Großkreutz scheiterte an Iker Casillas, Aubameyang schoss aus guter Position über das Tor.

Dortmund war mit dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause noch gut bedient, teilweise kamen Erinnerungen an das Achtelfinale auf, in dem der FC Schalke 04 in zwei Spielen gegen Real mit insgesamt 2:9 Toren abgefertigt worden war. Ganz so schlimm wird es dem Rivalen aus dem Revier wohl nicht ergehen, was auch daran lag, dass die Dortmunder in der zweiten Hälfte näher am Gegner standen und mehr Zugriff auf das Spiel bekamen. Aubameyang und Mchitarjan vergaben gute Einschussmöglichkeiten. Wie es besser geht, zeigte Ronaldo in der 57. Minute mit dem 3:0. Wenig später hatte Mchitarjan die riesige Möglichkeit, das eine Tor zu erzielen, das die Hoffnung am Leben gehalten hätte, wurde aber von Pepe geblockt.

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