0:4 in Hamburg : Nürnbergs Bewerbung für den Abstieg

Der 1. FC Nürnberg tut so, als ob es für ihn um nichts mehr geht. Doch das 0:4 beim schwer angeschlagenen Hamburger SV könnte gleichbedeutend mit dem Abstieg sein.

Frank Heike

Mit diesem Spiel hat sich der 1. FC Nürnberg eindrucksvoll für den direkten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga beworben. Ohne Einsatz und Zweikampfstärke ging der Klub 0:4 (0:3) beim Hamburger SV unter und rutschte durch den Sieg Hannovers auf den Relegationsrang. Die Nürnberger spielten von Beginn an, als ginge es für sie um nichts mehr, und so stand es schon nach 25 Minuten 3:0 für den HSV: Zunächst hatte Marcus Berg noch freistehend Raphael Schäfer im Nürnberger Tor angeschossen, dann trafen Jonathan Pitroipa und zweimal Mladen Petric. Bei allen Treffern liefen die Nürnberger Defensivkräfte nur nebenher, anstatt anzugreifen. Petric hatte noch den vierten Hamburger Treffer der ersten Halbzeit auf dem Schuh, doch Schäfer hielt, er war noch der beste Nürnberger. Leichter ist es dem HSV zu Hause in dieser Saison nie gemacht worden. Eine Viertelstunde vor Ende traf Ruud van Nistelrooy zum 4:0.

Der HSV spielte nur zwei Tage nach dem Ausscheiden aus der Europa League in Fulham konzentriert und zielstrebig; die Minimalchance auf die Qualifikation für die Europa League wollten sich die Hamburger nicht entgehen lassen. Von ständigen „Hoffmann raus!“- und „Vorstand raus!“-Rufen aus einem Teil des Fanblocks begleitet, kam der HSV im Schongang zu seinem 13. Saisonsieg, der eine enttäuschende Saison mit Trainerentlassung und verpassten Zielen nur leicht kaschierte. Der 1. FC Nürnberg muss nach der vierten Niederlage nacheinander hoffen, dass ein Sieg gegen 1. FC Köln genügt, um den Abstieg zu verhindern.

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