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0:8-Debakel in der DEL : Eisbären Berlin lassen sich von Wolfsburg abschießen

Nach zuletzt drei Siegen nacheinander blamieren sich die Eisbären Berlin beim EHC Wolfsburg kräftig und verlieren am 17. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

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Tomlinson ratlos. Der Trainer der Eisbären bekommt keine Ruhe in die Mannschaft.
Tomlinson ratlos. Der Trainer der Eisbären bekommt keine Ruhe in die Mannschaft.Foto: Imago

Altgediente Eisbären-Fans werden sich am Sonntag an längst vergangene Zeiten erinnert haben. An Zeiten, in denen die Berliner kurz nach der Wende noch der Prügelknabe in der höchsten Spielklasse im deutschen Eishockey waren. Vor allem gegen den Lokalrivalen BSC Preussen gab es immer mal wieder deftige Klatschen, gleich das erste Derby endete im September 1990 mit einem 0:12. Ganz so schlimm kam es diesmal zwar nicht, aber das 0:8 (0:3, 0:3, 0:2) beim EHC Wolfsburg rangiert in der Liste der peinlichsten Eisbären-Niederlagen dennoch ganz weit oben. Denn seit einem 2:9 bei den Augsburger Panthern in der Saison 2000/01 hatten die Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht mehr ähnlich deutlich verloren.

„Die ganze Mannschaft war heute nicht anwesend. Das war peinlich, wir müssen uns schämen“, sagte Trainer Jeff Tomlinson und wagte kurz nach dem Debakel auch gleich einen ersten Erklärungsversuch. „Vielleicht haben wir nach den Erfolgen zuletzt gedacht, das läuft schon irgendwie von selbst.“

Die Berliner waren mit der Empfehlung von drei Siegen in Folge nach Niedersachsen gereist. Doch beim EHC Wolfsburg präsentierten sich die Eisbären nicht etwa selbstbewusst, sondern verfielen in längst überwunden geglaubte Nachlässigkeiten. Nach zwei erfolglosen Überzahlspielen in den Anfangsminuten schlug es Mitte des ersten Drittels binnen 182 Sekunden dreimal im Kasten von Rob Zepp ein. Norman Milley, Tyler Haskins und Armin Wurm brachten die Gastgeber mit ihren Treffern frühzeitig auf Kurs. Tomlinson reagierte und wechselte Torhüter Zepp aus. Ersatzgoalie Sebastian Elwing kam zu seinem Saisondebüt, konnte aber keine Schadensbegrenzung betreiben. „Das war eine schwere Situation für ihn, weil die ganze Mannschaft nicht gut war“, sagte Tomlinson. Wirklich helfen konnte Elwing seinem Team aber auch nicht. Im Gegensatz dazu konnten sich die Wolfsburger auf ihren Torhüter verlassen. Sebastian Vogl verhinderte vor der ersten Pause mit einer ganzen Serie von Paraden den möglichen Anschluss für die Eisbären.

Ein 1:3 hätte das Spiel noch einmal spannend machen können, doch die Berliner ließen sich gleich zu Beginn des Mittelabschnitts zwei weitere Male überrumpeln. Chad Bassen (22.) und Brent Aubin (24.) erhöhten für Wolfsburg auf 5:0. Doch es kam an diesem Tag noch bitterer für die Eisbären. Zunächst musste Jens Baxmann mit Verdacht auf Innenbandriss im Knie vom Eis, dann traf Sebastian Furchner in der 37. Minute in Überzahl zum 6:0 für Wolfsburg.

Als die Scheibe zur Freude der fast 1000 mitgereisten Eisbären-Fans unter den 3767 Zuschauern in der Wolfsburger Arena im letzten Drittel dann doch einmal im gegnerischen Netz zappelte, erkannten die Schiedsrichter auf Stürmerfoul und schickten den vermeintlichen Torschützen Casey Borer auf die Strafbank. Im folgenden Überzahlspiel erzielte Marco Rosa das 7:0. Danach brannten bei einigen Berlinern die Sicherungen durch. Barry Tallackson musste mit einer Disziplinarstrafe vom Eis, wenig später überwand Gerrit Fauser den bedauernswerten Elwing im Berliner Tor ein letztes Mal.

„Wir sind nach Wolfsburg gefahren, um drei Punkte mitzunehmen. Doch was wir dann gespielt haben, war nicht akzeptabel“, sagte Kapitän André Rankel und versprach: „Nach der Länderspielpause wird man andere Eisbären sehen.“

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