Sport : 05 verklagt 04

Mainz und Schalke streiten weiter um Azaouagh

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Der Zwist zwischen den Bundesligavereinen Schalke 04 und Mainz 05 eskaliert. Wie viel Geld die Westfalen für den Transfer des Mainzer Mittelfeldspielers Mimoun Azaouagh zahlen müssen, wird nun ein ordentliches Gericht entscheiden. „Wir haben leider keine andere Möglichkeit, an unser Geld zu kommen“, sagt der Mainzer Manager Christian Heidel, der sich im Streit mit seinem Kollegen Rudi Assauer nicht mehr anders zu helfen weiß.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) kam als Schlichtungsstelle am Montag zu keinem Ergebnis. „Wir bedauern das, aber Schalke hat unseren Vergleichsvorschlag abgelehnt“, sagte Wilfried Straub, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung. Vertragsgemäß sollten die Schalker etwa 700 000 Euro für den in der Winterpause vollzogenen Wechsel Azaouaghs zahlen. Sie verweigern die Zahlung der seit 31. Januar fälligen Summe mit der Begründung, dass sich die Knieverletzung Azaouaghs als komplizierter herausgestellt habe als zunächst angenommen.

Das Scheitern der Schlichtung überraschte Schalke nicht. „Wir hatten wenig Hoffnung, dass es zu einer Einigung kommt“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Müller. Assauer sah schon vor ein paar Wochen keine Gesprächsbasis mehr und verwies auf das Schreiben des Schalker Anwalts Christoph Schickhardt. Darin war offenbar von arglistiger Täuschung die Rede. Diesen Vorwurf nahmen die Gelsenkirchener nun zurück.

Im Januar hatte Assauer noch gesagt, Heidel habe sich in einem Gespräch honorig verhalten und angekündigt, dass Mainz bei der Ablösesumme kompromissbereit sei. Ob Heidel diese Zugeständnisse je gemacht hat, könnte Gegenstand eines Rechtsstreits werden, dürfte aber schwer nachzuweisen sein. Fest steht nur, dass Azaouagh mindestens bis zum Ende dieser Saison ausfallen wird.

Die Mainzer unterstellen, dass der Mittelfeldspieler nach seiner Genesung zu früh wieder angefangen habe zu trainieren. Schalke indes sagt, bei der Rückkehr auf den Trainingsplatz habe es sich nur um einen „Arbeitsversuch“ im Vorstadium eines regulären Trainings gehandelt. Azaouagh sucht die Schuld bei seinem vorherigen Arbeitgeber. „Die zweite Operation wurde nötig, weil die Verletzung unterschätzt wurde, die ich als Mainzer Spieler erlitten habe. Ich wurde zweimal wegen ein und derselben Verletzung operiert.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben