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1:0 beim 1. FC Köln : Hertha BSC feiert ersten Sieg nach fünf Spielen

Hertha BSC feiert den ersten Pflichtspielerfolg in diesem Jahr. Nach fünf Spielen ohne Sieg kam der Tabellendritte aus Berlin am Freitagabend zu einem 1:0 beim 1. FC Köln. Vedad Ibisevic schoss das Tor des Tages.

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Herthas Stürmer Vedad Ibisevic traf in Köln zum Sieg.
Herthas Stürmer Vedad Ibisevic traf in Köln zum Sieg.Foto: dpa

Fabian Lustenberger musste ein bisschen schmunzeln, als er seine Beute an der Ersatzbank ablieferte. Der Kapitän von Hertha BSC hatte bei der Platzwahl den Karnevalsorden der Kölner bekommen und wusste mit diesem Präsent offensichtlich nicht allzu viel anzufangen. Mit ein bisschen bedrucktem Blech aber wollten sich die Berliner am Freitagabend in Köln nicht abspeisen lassen. Sie machten endlich mal wieder fette Beute, gewannen durch ein Tor des Bosniers Vedad Ibisevic kurz vor der Pause 1:0 (1:0) und feierten damit im sechsten Rückrundespiel der Fußball-Bundesliga ihren ersten Sieg. Egal was an diesem Spieltag noch passieren wird: Hertha wird auch an dessen Ende weiterhin Tabellendritter sein.

„Zum Schluss haben wir ein wenig Glück gehabt. Aber unter dem Strich ist der Sieg verdient“, sagte Trainer Pal Dardai. „Wir hatten in der ersten Halbzeit alles unter Kontrolle und haben guten Fußball gespielt. Am Ende war es dann viel Kampf - das sah ein bisschen so aus wie in der zweiten englischen Liga.“

Die Frage, ob Jens Hegeler, Alexander Baumjohann oder Valentin Stocker bei den Berlinern den gesperrten Vladimir Darida ersetzen soll, hatte Dardai mit einem überraschenden Peter Pekarik beantwortet. Mitchell Weiser rückte eine Reihe vor, aus dem üblichen 4-2-3-1 wurde ein 4-4-2 mit Salomon Kalou und Vedad Ibisevic als Doppelspitze. Für den verletzten Sebastian Langkamp rückte Niklas Stark in die Viererkette.

Nach nicht einmal drei Minuten erklangen schon die ersten Töne der Kölner Torhymne. Das lag aber eher an einem übernervösen Finger bei einem Mitarbeiter der Stadionregie. Kölns Innenverteidiger Mergim Mavraj hatte den Ball nach einem Freistoß ans Außennetz des Berliner Tores gesetzt. Alle wieder hinsetzen. Auch fünf Minuten später, als Anthony Modeste nach einem Stellungsfehler des bisweilen fahrigen John Anthony Brooks Fahrt aufnahm und aus der Tiefe des Raumes in Richtung Herthas Strafraum stürmte – mit seinem Abschluss hatte Torhüter Rune Jarstein keine Mühe.

Hertha ließ die Kölner gar nicht erst ins Spiel kommen

Nach diesen beiden aufregenden Szenen in der Anfangsphase bekamen die Gäste mehr und mehr unter Kontrolle. Hertha wirkte etwas reifer als die Kölner, allerdings war beiden Teams der Respekt vor dem jeweils anderen anzumerken. Die Berliner versuchten in Ruhe aufzubauen, Mitte der ersten Hälfte wies die Statistik gut zwei Drittel Ballbesitz für sie aus. Die Kölner lauerten auf Konter, versuchten immer wieder, ihren einzigen Stürmer Modeste auf die Reise zu schicken.

In der immer mehr verflachenden Begegnung kam Hertha wenigstens punktuell zu Möglichkeiten. Nach gut zwanzig Minuten kam Salomon Kalou im Kölner Strafraum zum Abschluss, der Ivorer jagte den Ball aber deutlich über das Tor. Kurz darauf versuchte es Genki Haraguchi aus der Distanz; Kölns Torhüter Timo Horn wischte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen über die Latte.

Pal Dardai hatte vor dem Spiel geunkt, dass angesichts der Stärken beider Mannschaften alles auf ein 0:0 hinauslaufe. Bis kurz vor der Pause sah es danach aus, als könnte Herthas Trainer Recht behalten – bis die Kölner kurz vor ihrem Strafraum den Ball eroberten und gleich wieder verloren. Den Moment der Unordnung spielte Hertha perfekt aus, Kalou bediente den freistehenden Ibisevic, und der schob den Ball überlegt zum 1:0 ins lange Eck. Für den Bosnier war es das erste Bundesligator im Jahr 2016.

Hertha ließ die Kölner nach der Pause zunächst gar nicht erst ins Spiel kommen und Druck aufbauen. Im Gegenteil. Die Gäste blieben die präsentere Mannschaft, hatten durch Genki Haraguchi auch die erste gute Gelegenheit. Der Japaner scheiterte aus kurzer Distanz an Horn. Den Kölnern war deutlich anzumerken, dass es ihnen nicht liegt, das Spiel selbst zu machen, dass sie eher eine Mannschaft haben, die lieber reagiert als agiert.

FC-Trainer Peter Stöger reagierte nach einer knappen Stunde, brachte mit Philipp Hosiner einen zweiten Stürmer. Aber die Berliner liefen weiter fleißig alle Lücken zu, so dass die Kölner zwar nun zu viel Ballbesitz kamen, ihre Offensivbemühungen aber lange Zeit recht hilflos wirkten. Erst in der Schlussviertelstunde nahm der Druck zu, häuften sich die Gelegenheiten. Die größte Chance hatte Modeste, der den Ball acht Minuten vor dem Ende an den Pfosten grätschte. Hertha überstand den Kölner Drang, inklusive vier Minuten Nachspielzeit.

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