1:0 gegen Bielefeld : FC Bayern: Blass und angespannt zum Sieg

Mit viel Glück und wenig Spielfreude gewinnt Bayern München 1:0 gegen die verbissene Arminia. Luca Toni schießt das entscheidende Tor.

Christiane Mitatselis[Bielefeld]
Arminia Bielefeld - FC Bayern München Foto: dpa
So sieht Erleichterung aus. Die Bayern feiern ihren Torschützen Luca Toni (Mitte).Foto: dpa

Wie ein Sieger sah Jürgen Klinsmann nicht unbedingt aus. Blass und angespannt wirkte der Münchner Trainer, als er über den 1:0-(0:0-)Erfolg sprach, den sein FC Bayern am Samstag in Bielefeld gefeiert hatte. Klinsmann beschränkte sich in seinem Kommentar aufs Wesentliche: „Wir sind zufrieden mit den drei Punkten, die wir geholt haben. Die waren wichtig, um an Wolfsburg dran zu bleiben.“ Es gab sonst auch wenige Dinge, an denen sich der 44-Jährige hätte erfreuen können. Seine Mannschaft hatte in der Bundesliga-Partie beim Außenseiter spielerisch nicht überzeugt – und beste Tormöglichkeiten vergeben. Das galt auch für Matchwinner Luca Toni, der zwar in der 64. Minute per Kopfball traf, ansonsten aber glücklos durch den Strafraum stolperte.

Klinsmann musste in Bielefeld auf den angeschlagenen Brasilianer Zé Roberto im Mittelfeld verzichten, für ihn kam Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ins Team. Die Arminia, die zuvor drei Spiele verloren hatte und im Abstiegskampf dringend punkten wollte, präsentierte sich dem FC Bayern als ein zäher Gegner, der hoch motiviert war, dem illustren Gast das Leben schwer zu machen – was vor allem während der ersten 45. Minuten gut gelang. Nach einer Viertelstunde erschreckten die Bielefelder die Gäste gewaltig. Nach Flanke von Artur Wichniarek konnte Robert Tesche köpfen; doch der zur Nummer eins beförderte Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt war zur Stelle und bewahrte seine Mannschaft vor einem frühen Rückstand. Die Bayern waren das offensivere und bemühtere Team. Ob Mark van Bommel, Philipp Lahm, Andreas Ottl oder José Ernesto Sosa, alle traten sie einigermaßen engagiert auf – aber auch nicht mehr. Es fehlten ihnen vor allem überraschende Momente im Spielaufbau und Konsequenz vor dem Tor. Toni sprang an den Bällen vorbei oder verzog sie. Auch die Kollegen hatten wenig Glück. So schoss Schweinsteiger knapp am Tor von Arminia-Torhüter Dennis Eilhoff vorbei. Dann setzte sich der aktive Franck Ribéry auf der linken Seite durch, seinen Passversuch fing Eilhoff jedoch ab.

Auch nach dem Seitenwechsel rackerten die Münchner weiter und wurden nach einer guten Stunde für ihre Anstrengungen belohnt. Zunächst schickte Ribéry Luca Toni mit einem Steilpass in den Strafraum, Tonis Schuss wehrte Eilhoff jedoch zur Ecke ab. Nach dem Eckball konnte Ribéry auf der linken Seite flanken, diesmal erwischte der unbedrängte Luca Toni den Ball richtig und erzielte das 1:0. Jürgen Klinsmann jubelte, doch erlöst waren er und die Bayern noch nicht. Die Bielefelder konnten zwar wenig Ideen oder Spielwitz bieten, hielten aber weiter dagegen. So konnte Keeper Eilhoff einen wuchtigen Weitschuss Lucios am Pfosten vorbeilenken. Vier Minuten vor dem Abpfiff vergab der eingewechselte Hamit Altintop freistehend im Strafraum. In der Schlussminute stand Luca Toni noch einmal frei vor Eilhoff, ebenfalls ohne Erfolg.

Mit all diesen unschönen Dingen befasste sich Klinsmann aber nicht, er gab lieber einen pragmatischen Plan für die sechs noch ausstehenden Bundesliga-Partien aus: „Wenn wir annähernd an die optimale Punktzahl von 18 herankommen, können wir Wolfsburg noch abfangen.“

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